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Susanne Bunte präsentierte ihr Atelier am Wochenende.

Hofheim

Offene Ateliers in Hofheim

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Lokale Künstler haben am Wochenende in der Kreisstadt Hofheim ihre Werkstätten für Besucher geöffnet.

Wer die Kunst von Susanne Bunte sehen und im Gespräch mit ihr spüren will, muss nicht lange suchen. Von der Hauptstraße in der Altstadt aus weisen bunte Plakate in die Krebsgasse 2 und dort ins Atelier im ersten Stock. Schnell hingehauen, spontan, so wie sie sind, Susanne Bunte und ihre Kunst. Für den Flyer, der in die offenen Ateliers Hofheimer Künstler einlädt, hat sie die Worte ein bisschen gedrechselt. Da gibt sie sich „innerlich die Erlaubnis, mich vom Bild führen zu lassen“ und erlaubt dem Bild, „dahin zu gehen, wohin es sich bewegen will“. Im Atelier bewegt nur noch Susanne Bunte.

Hell ist der Raum, trotz Hinterhof. Aufgeräumt, der Boden mit Folien ausgelegt, Farben in Flaschen und Tuben, Pinsel und was sie noch so braucht, wenn sie sich in ihrem Kunst-Reich austobt. Das sieht man, das spürt man nach zwei Minuten mit Susanne Bunte. Wenn sie von ihrem intuitiven und „gestischen Malen“ erzählt. Heißt: „Ich hau drauf“. Farbe und Herzblut. Haut auch mal ein Dutzend und mehr Bilder die Woche raus, verbraucht viel, sehr viel Farbe, ist keine akademische Malerin trotz Nähe zur Frankfurter Malakademie. Ihr erster Satz nach der Begrüßung: „Ich mache das aus fürchterlichem Spaß“. In jedem farbenfreudigen Bild ist er zu sehen, oft dominieren Gelb und rote Töne. Susanne Bunte spielt mit den Farben, für den „Eppsteiner Kunstpreis“ ist sie in diesem Jahr nominiert.

Die „Tage der offenen Ateliers“ haben Tradition. Zum 14. Mal hatten Künstler in ihre Werkstätten eingeladen. Dezente handgeschriebene Preisschilder weisen im „Atelier im Kirschgarten“ darauf hin, dass des Künstlers Lohn und Anerkennung auch aus Verkäufen resultiert.

Interpretationen so bunt wie der Raum

Im Hinterhaus in der Kirschgartenstraße 9a haben sich Sabine Stieglitz, Harald Gross und Andrea Hirschberg zur Ateliergemeinschaft gefunden. Sie sind Teil der 2013 gegründeten Künstlervereinigung „Farbpunkt“. Fotokünstler Harald Gross braucht nicht viel, er arbeitet meist mit kleinen Formaten. Will den Blick auf Details lenken, durch Verfremdung seiner Motive die Aufmerksamkeit des Betrachters zu neuer Wahrnehmung führen. Sabine Stieglitz reicht ein Eck im Atelier für ihr „Steineparadies“. Bemalte Steine, kleine Findlinge. „Einfach schön“, findet eine junge Frau, schön verpackt verschwindet ein bunt gesprenkelter Stein mit Buddha-Antlitz nach spontanem Kauf in ihrer Tasche.

Andrea Hirschberg ist zum vierten Mal dabei, auch sie muss nicht von der Kunst und der Liebe zur Malerei leben. Ihr erstes Bild aus den 90ern, „Winter am Schwarzbach“, würde sie nie verkaufen, die anderen schon. Die Tage des offenen Ateliers sind eine Chance, sich der kunstinteressierten Öffentlichkeit zu präsentieren, die „absurd teuren“ Räume etwa in der Stadthalle, so Harald Gross, sind für die Künstler einfach unerschwinglich.

Sind die Ateliers offen, hat jeder seinen Showroom. „Ist doch toll, dass die Künstler so etwas anbieten“, schwärmt Silke Quester; die bunten Wegweiser haben sie zu Susanne Bunte geführt. Schnell entspinnt sich ein Gespräch, über eigene nicht ausgelebte Kunst-Bedürfnisse, die Wirkung ihrer Bilder, Titel werden kreiert, Interpretationen so bunt wie der Raum. Es sind Momente, die den Tag für Künstler und Besucher reich machen.

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