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Mit einer Blockflöte fing alles an

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Schreibtisch und Computer bestimmen inzwischen die Arbeit von Sven Müller-Laupert, der Geschäftsführer der renommierten Hofheimer Musikschule ist. knapp
Schreibtisch und Computer bestimmen inzwischen die Arbeit von Sven Müller-Laupert, der Geschäftsführer der renommierten Hofheimer Musikschule ist. knapp © Knapp

Musikschulleiter Sven Müller-Laupert wird heute 60 Jahre

Hofheim - Mehr als die Hälfte seines Lebens arbeitet er schon für die Musikschule Hofheim. 1991 fing Sven Müller-Laupert hier als Honorarkraft an. „Es gibt viele Vorteile, wenn man so lange in einer Institution ist“, so die Erfahrung des heutigen Geschäftsführers der seit 2016 als gemeinnützige GmbH geführten Einrichtung. Nachteile, fügt Müller-Laupert hinzu, gebe es allerdings auch: „Irgendwann ist man der einzige, der noch die Geschichten von früher kennt und sich an alles erinnert“, meint der Musiker, der heute 60 Jahre alt wird, mit einem Schmunzeln.

Dass sein runder Geburtstag in dasselbe Jahr fällt wie das Jubiläum der Musikschule, die ihr 50-jähriges Bestehen feiert, bedeutet vor allem eines: Es gibt viel zu tun für den Chef, der sich schon länger auf diese Rolle konzentriert. „Ich habe mich damals bewusst dafür entschieden“, sagt Müller-Laupert, und die Aufgabe als Musikschulleiter, „die muss man auch als Fulltime-Job mit ganzem Herzen machen“.

Zur Musik kam der gebürtige Frankfurter als Schüler. „Ganz klassisch mit der Blockflöte“, sagt er, fing alles an. „Der Junge muss Querflöte lernen“, habe seine Altflöten-Lehrerin gesagt, erinnert er sich. Seine Eltern hätten zudem weise entschieden, ihn auf das Lessing-Gymnasium mit seinem musikalischen Schwerpunkt zu schicken. „Was wir da nicht alles gemacht haben“, schwärmt er noch heute von drei Schulorchestern, drei Chören und einer „richtig gut ausgestatteten“ Schule, die sogar über eine Orgel in ihrer Aula verfügte. Dass sich an Abitur und Bundeswehr ein Musikstudium mit Hauptfach Querflöte anschließen sollte, war für den Frankfurter früh klar. An der dortigen Musikhochschule machte er ein Diplom in Instrumentalpädagogik und hängte ein Instrumental- und Gesangsstudium (IGP) Orchesterklasse an. „Danach war ich sehr lange freiberuflich tätig“, erinnert sich Müller-Laupert. Schon während des Studiums verdiente er sich erste Honorare und kam an die Hofheimer Musikschule.

„Ich gehe nirgendwo anders mehr hin“

Nicht nur diese Institution, sondern auch die Kreisstadt haben es Sven Müller-Laupert angetan. „Hofheim ist meine Heimat“, sagt er heute. Mit seiner Lebensgefährtin und seinem zwölfjährigen Sohn wohnt er in der Kernstadt und ist sicher: „Ich gehe nirgendwo anders mehr hin.“ Gefeiert wird daher heute ganz passend daheim. Nach seinen Wünschen zum runden Geburtstag gefragt, denkt Müller-Laupert privat nicht an sich selbst. „Ich wünsche mir, dass es meinem Sohn gut geht - so wie wohl jeder Vater“.

Für die Musikschule wünscht sich ihr Chef zudem, „dass wir es schon nochmal hinkriegen, dass alle Kolleginnen und Kollegen dort Arbeitsbedingungen auf der Höhe der Zeit bekommen.“ Dass der Pfälzer Hof, an dessen Anfänge als Musikschuldomizil sich Müller-Laupert noch gut erinnert, das eben nicht mehr bieten kann, hofft er, sei auch in der Politik angekommen.

Froh macht den Geschäftsführer, dass die Zahl der Belegungen mit rund 2000 im vergangenen Jahr fast wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht hätte. Auf die Einwohnerzahl der Kreisstadt umgerechnet, heiße das, 5 Prozent aller Hofheimer nutzten im Jahr ein Musikschulangebot. „Das zeigt doch, dass diese Einrichtung bessere Bedingungen verdient hat“, meint ihr Chef. Das Jubiläumsjahr zum runden Geburtstag der Musikschule soll am Sonntag mit dem Neujahrskonzert in der Stadthalle so richtig Fahrt aufnehmen. Ob auch ihm schon heute zum privaten Jubeltag die eine oder andere musikalische Gratulation zuteil werden wird, Sven Müller-Laupert will sich da gern überraschen lassen.

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