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Ministerpräsident macht Hoffnung

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Rhein sieht Lösung bei L3011 nach Einigung mit dem Reiterhof

Hofheim - In dieser Woche sprach Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) in Hofheim über weltpolitische Krisen und die Frage, ob wir momentan eine „Zeitenwende“ erleben. Für viele Menschen aus Lorsbach und umliegenden Ortschaften steht jedoch eine andere Frage an erster Stelle. Für sie wäre es eine „Zeitenwende“, wenn die Landstraße 3011 wegen geplanter Bauarbeiten ein Jahr lang gesperrt bliebe. Das Aktionsbündnis L 3011 nutzte Rheins Besuch deshalb, um dem Landeschef einen offenen Brief zu überreichen.

Es sei „ein beachtlicher Schulterschluss der politischen und gesellschaftlichen Kräfte“ zu bemerken, schreiben die Verfasser des offenen Briefes an Ministerpräsident Rhein. Neben Tischlermeister Matthias Kreß vom Aktionsbündnis L 3011 unterzeichneten der Lorsbacher Ortsvorsteher Dieter Kugelmann, Hofheims Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler sowie Erster Stadtrat Wolfgang Exner das Schreiben. Sie weisen den Ministerpräsidenten darauf hin, dass Kenner der Genehmigungsmaterie eine entscheidende Verkürzung der Sperrzeit für möglich halten. Auch die Chancen für eine rechtzeitige Planänderung, die eine Baustellenumfahrung ermöglicht, seien realistisch.

„Trotz konkreter Vorschläge zeigt sich Hessen Mobil aber nach unserer Wahrnehmung nicht im ausreichenden Maße als lösungsorientiert offen“, heißt es im Brief, den Boris Rhein im Hofheimer Showspielhaus entgegen- nahm. Welche Auswirkungen sie erwarten, fassen die Urheber des Schreibens zusammen: Zunächst gehe es im Kern um den Erhalt der Infrastruktur und um die Leistungsfähigkeit der Gewerbebetriebe in Lorsbach. Die Kundenfrequenz sei entscheidend vom Durchgangsverkehr abhängig. „Sollten Einnahmen über mehrere Monate hinweg allein durch die Ortskundschaft gebildet werden, sind unweigerlich wirtschaftliche Not beziehungsweise Geschäftsaufgaben beim Großteil der Gewerbetreibenden zu erwarten“, so das Aktionsbündnis.

Lange Umleitungsstrecken würden zu Mehrkosten bei Materialanlieferungen und höheren Anfahrtskosten für die Kundschaft führen. Schäden für das Klima seien durch lange Umleitungsfahrten ebenfalls zu erwarten. Matthias Kreß verwies im Gespräch mit dieser Zeitung auf bis zu 7000 Pendler. Als Lösungen schlagen die Gegner der Sperrung Varianten beim Tiefbau, eine Bauausführung in mehreren Abschnitten und eine Baustellenumfahrung mit Ampelanlage vor. Boris Rhein zeigte sich offen für die Sorgen der Hofheimer. Er habe zum ersten Mal aus der Zeitung von der Situation erfahren, erklärte der hessische Ministerpräsident. Die Lage habe auch ihn erstaunt, weil es sich bei der vorgesehenen Sperrung um einen enorm langen Zeitraum handele. Er wolle sich zunächst ein genaueres Bild machen und sich mit dem Verkehrsministerium austauschen. Matthias Kreß äußerte den Wunsch, dass sich die Politik mit Hessen Mobil an einen Tisch setzt. Der Sprecher des Aktionsbündnisses teilte mit, dass eine Einigung mit dem angrenzenden Reiterhof vorliegt, dessen Flächen für eine Umleitungsspur benötigt werden. Boris Rhein vertrat die Ansicht, dass das Problem nach einer Einigung mit dem Reiterhof lösbar sein sollte. Die Reaktion des Ministerpräsidenten habe ihm Hoffnung gemacht, so Tischlermeister Kreß .

„Es gibt viele Alternativen - man muss es nur wollen“, betonte Jasmin Georg vom Lorsbacher Dachdeckerbetrieb Georg. Jeder Handwerker müsse tagtäglich seine Baustellenpläne anpassen. „Nur Hessen Mobil hält an Plänen von vor einem halben Jahr fest“, kritisierte die Lorsbacherin. Von der Straßenverkehrsbehörde wünsche sie sich dieselbe Flexibilität, die Handwerksunternehmen bereits zeigen. sas

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