Hofheim

Per Minibus durch Hofheim

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Ein flexibles On-Demand-Konzept soll ab Ende 2020 das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in der Kreisstadt ergänzen.

Die S2 hält in der Kernstadt und im Stadtteil Lorsbach, über Regionalbuslinien ist Hofheim mit den anderen Kommunen des Landkreises und mit Wiesbaden verbunden. Schnellbuslinien verkehren in den Hochtaunuskreis und zum Frankfurter Flughafen, für Fahrten innerhalb der Stadtgrenzen kann man die Linien des Stadtverkehrs nutzen und Anrufsammeltaxis buchen.

Dennoch: In den Abendstunden und am Wochenende ist es oft mühsam, mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus den Hofheimer Stadtteilen in die Kernstadt zu kommen, ohne lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Direkte Verbindungen zwischen den einzelnen Ortsteilen fehlen zum Teil ganz.

Das soll Ende des Jahres anders werden. Die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) und die Stadt Hofheim wollen sich zum Fahrplanwechsel im Dezember dem Pilotprojekt „On-Demand-Mobilität“ im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) anschließen. Acht elektrisch betriebene Minibusse, die unabhängig von Linien und Fahrplan des ÖPNV gebucht werden können, werden dann in der Stadt unterwegs sein und nicht nur die herkömmlichen Anrufsammeltaxis ersetzen, sondern auch Lücken im Angebot des öffentlichen Nahverkehrs schließen.

Das Projekt

Neun Städte und Landkreisebeteiligen sich am Pilotprojekt zur „On-Demand-Mobilität“. Im Landkreis Offenbach ist bereits der Startschuss gefallen. Mit dabei sind neben Hofheim Frankfurt, Wiesbaden, Kelsterbach, Hanau, Limburg, Taunusstein sowie der Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbundist der Koordinator. Die Laufzeit des Projektes ist bis Ende 2024 geplant.

181 Fahrzeugewerden insgesamt angeschafft. Acht sind für Hofheim vorgesehen. Die Stadt und die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft sind dort Projektpartner. 

Spontan, mit nur wenigen Minuten Vorlaufzeit werde man die Minibusse über eine App oder telefonisch buchen können, sagte MTV-Geschäftsführer Roland Schmidt vor Journalisten. Feste Haltestellen soll es für den On-Demand-Verkehr nicht geben. Der Minibus kommt im besten Fall wie ein Taxi vors Haus gefahren oder hält wenige Meter entfernt an einer Straßenkreuzung. Auch die Ausstiegsstelle innerhalb des Stadtgebietes kann der Fahrgast flexibel wählen.

Auftragsverwaltung, Disposition der Fahrzeuge sowie die Strecken, die die Busse fahren, werden je nach eingegangenen Buchungen automatisch durch eine Computersoftware gesteuert. Damit der Minibus nicht nur mit einem Fahrgast unterwegs ist, werden Fahrtenwünsche auch mal gebündelt.

Das Hofheimer Stadtparlament entscheidet am Mittwoch, 5. Februar darüber, ob der On-Demand-Verkehr mit Elektro-Minibussen in der Kreisstadt eingeführt wird. Die Stadt muss dazu einen finanziellen Beitrag leisten und abzüglich der Kosten, die bisher für die Anrufsammeltaxis angefallen sind, rund 200 000 Euro pro Jahr zusätzlich ausgeben. Für Bürgermeister Christian Vogt (CDU) ist das gut investiertes Geld. Das Pilotprojekt sei ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft des ÖPNV und „eine Möglichkeit, den Herausforderungen voller Straßen in der dicht besiedelten Rhein-Main-Region zu begegnen“.

Die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft habe im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ bereits einen Förderantrag eingereicht und eine grundsätzliche Zusage vom Bundesministerium für Wirtschaft und digitale Infrastruktur erhalten, berichtete MTV-Geschäftsführer Roland Schmidt. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund übernehme Planung und Entwicklung der Software und fungiere als Koordinator des Pilotprojekts.

Erarbeitet werden müsse bis zum Fahrplanwechsel im Dezember noch die Tarifgestaltung für das neue Verkehrsangebot in Hofheim sowie die Bezahlweise für die Tickets, sagte Schmidt. Für RMV-Zeitkarteninhaber soll es Rabatte geben.

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