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Die Kampagne „Vorne einsteigen“ des MTV startet zum 1. Januar 2020.

Hofheim

Mehr Respekt für Busfahrer im Main-Taunus-Kreis

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Zum Jahreswechsel startet die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft die Kampagne „Vorne einsteigen“. Busfahrer sollen von den Fahrgästen dadurch mehr Wertschätzung erfahren. Auch die Zahl der Schwarzfahrer soll gesenkt werden.

Die einen wollen aussteigen, die anderen wären am liebsten schon drin im Bus, um noch einen Sitzplatz zu ergattern. Gedränge und Rempeleien an den Haltestellen sind speziell zu Stoßzeiten an der Tagesordnung, wütende Fahrgäste und gestresstes Personal sowie Schwarzfahrer, die die Situation für sich ausnutzen und ohne Ticket die Reise antreten, die Folge.

Szenen wie diese soll es künftig nicht mehr geben, wenn die Busse der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) unterwegs sind. Denn vom 1. Januar an gilt in den MTV-Bussen eine neue Regelung: Wer mitfahren möchte, wird gebeten, durch die vordere Tür einzusteigen und unaufgefordert einen gültigen Fahrschein vorzuzeigen beziehungsweise ein Ticket beim Fahrer zu lösen.

Die hinteren Türen sind nach dem Jahreswechsel nur noch zum Aussteigen vorgesehen. Von der Regelung ausgenommen sind Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind sowie Personen mit Kinderwagen, Fahrrad oder sperrigem Gepäck.

„Es geht uns nicht nur darum, Schwarzfahrer zu erwischen. Uns ist vor allem wichtig, den Busfahrern durch den persönlichen Kontakt mit den Fahrgästen wieder mehr Respekt und Wertschätzung zu verschaffen“, erläutert MTV-Geschäftsführer Roland Schmidt. Letztere ließen Passagieren immer wieder mal vermissen, sagt Schmidt und berichtet im Gespräch mit der FR von einem Fall, in dem ein abgewiesener Fahrgast den Bus mit einem Privatauto verfolgt und ihn schließlich an der Weiterfahrt gehindert habe. Der Busfahrer musste die Polizei zu Hilfe rufen. „Das ist ein Extremfall und kommt selten vor“, sagt Schmidt. Dass Busfahrer verbal angegriffen oder beleidigt würden, sei dagegen häufiger zu beobachten. „Busfahrer treffen als Piloten der Straße wichtige Entscheidungen, sie haben eine hohe Verantwortung für ihre Fahrgäste“, macht Schmidt deutlich. „Dementsprechend respektvoll sollten sie behandelt werden.“ Aufkleber auf den MTV-Bussen und Markierungen an Haltestellen weisen auf die neue Regelung hin. Darüber hinaus werde in den ersten Wochen zusätzliches Personal eingesetzt, das die Fahrgäste entsprechend einweist.

„Wenn sich alle an die Regelung halten, kommen sich ein- und aussteigende Fahrgäste nicht mehr in die Quere. Alle Einsteiger gehen am besten direkt nach hinten durch, dann gibt es auch kein Gedränge“, erläutert Roland Schmidt.

Als Nebeneffekt der „Vorne-einsteigen-Kampagne“ erhofft sich die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft auch eine Reduzierung der Zahl der Schwarzfahrer. Sich ohne Fahrschein in den Bus zu mogeln, soll sich ab Januar 2020 ohnehin nicht mehr lohnen. Es würden zusätzliche Fahrscheinkontrollen vorgenommen, kündigte Schmidt an.

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