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Christian Vogt (CDU) ist seit Mitte September Bürgermeister der Kreisstadt Hofheim. 

Hofheim

Mehr Personal und digitale Akten im Hofheimer Rathaus

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Hofheims neuer Bürgermeister Christian Vogt (CDU) stellt die Verwaltung um. Erstmals gibt es 2020 außerdem wieder ein Budget, über das die Ortsbeiräte frei verfügen können.

Als am 7. April abends die Konfettikanonen knallten und Goldflitter auf Christian Vogt und seine Frau Constanze herabregnete, war die Anspannung eines langen Wahlkampfes vorbei: Der 40-jährige Christdemokrat hatte sich bei der Hofheimer Bürgermeisterwahl gegen sechs Mitbewerber durchgesetzt und am Ende in der Stichwahl gegen SPD-Mann Bernhard Köppler mit deutlichem Stimmenvorsprung gewonnen. Nach fast 20 Jahren schaffte er es, den Chefsessel im Rathaus der Main-Taunus-Kreisstadt für die CDU zurückzuerobern. SPD-Amtsinhaberin Gisela Stang war nicht mehr zur Wahl angetreten.

Das Datum seines Amtsantritts – Freitag, der 13. September – habe ihm keine Angst gemacht, sagt Vogt und schmunzelt. „Im Gegenteil, ich war froh, dass es endlich losgehen konnte.“ Neue Möbel hat er für das Bürgermeisterbüro im Rathaus nicht bestellt, aber persönliche Akzente gesetzt: Zwei Bilder der Hofheimer Künstlerin Ev Grüger hängen an der Wald, auf dem Schreibtisch steht eine Steinskulptur des indischen Gottes für Glück und Zufriedenheit, Ganesha.

Hofheim: Rathauschef Vogt hat Spaß

Die Arbeit als Hofheimer Rathauschef mache ihm Spaß, sagt Christian Vogt und wirkt dabei locker und entspannt. „Ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen.“ Noch ehe die ersten 100 Tage im Amt vorbei sind, hat er gestern Abend den Stadtverordneten den Nachtragshaushalt für das Jahr 2020 präsentiert. Das Zahlenwerk trägt in vielerlei Hinsicht seine Handschrift. Und weil die Steuereinnahmen höher sind als erwartet, die Kreisumlage 2020 sinkt und Hofheim vom Land mehr Geld aus Schlüsselzuweisungen erhält, gibt es finanzielle Spielräume für den Kämmerer.

Haushalt 2020 Einnahmenvon 99 Millionen Euro stehen im Haushalt für das kommende Jahr Ausgaben von 98 Millionen Euro gegenüber.

Daraus ergibtsich für 2020 ein Plus von einer Million Euro.

Der Schuldenstandder Kreisstadt Hofheim beläuft sich mit Ende 2019 auf 59 Millionen Euro.

Das Parlamenthatte bereits im Dezember 2018 den Doppelhaushalt für 2019 /2020 beschlossen. Per Nachtragshaushalt, den Bürgermeister Christian Vogt (CDU) jetzt im Stadtparlament eingebracht hat, wurden die Zahlen für das kommende Jahr aktualisiert. aro

Der Etat für städtisches Personal wurde um 1,5 Millionen Euro erhöht; 23 Stellen sollen neu geschaffen werden, neun davon in Kinderbetreuungseinrichtungen. Zusätzliche Mitarbeiter will Vogt auch ins Rathaus holen, darunter Ingenieure und IT-Fachleute. Weil die Stadt künftig ihren Wald selbst bewirtschaftet, wird Revierförster Karlheinz Kollmannsberger ebenfalls ins Rathaus wechseln.

Vogt ist überzeugt, dass nach Jahren, in denen aufgrund chronisch defizitärer Haushalte eisern gespart und Personal abgebaut werden musste, eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl dringend nötig ist. Und er plant auch eine Neuorganisation innerhalb der Verwaltung. Der Fachbereich Finanzen, der bislang dezentral aufgebaut war, wird wieder in der Kämmerei zusammengeführt. Sie ist nicht nur für die Aufstellung des Haushaltes zuständig, sondern auch fürs Controlling und die städtischen Beteiligungen.

Als einzige Stadt des Main-Taunus-Kreises leistet sich Hofheim weiterhin drei hauptamtliche Magistratsmitglieder. Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) bleibt für Stadtplanung und Verkehr, Sicherheit und Ordnung und die Stadtwerke zuständig. Der neu gewählte Stadtrat Bernhard Köppler (SPD) kümmert sich um Bauen, die Eigenbewirtschaftung des Stadtwaldes und den Fachbereich Kitabetreuung.

Als Bürgermeister ist Vogt Kämmerer sowie für Kultur und Soziales zuständig. Wirtschaftsförderung ist Chefsache, ebenso das Thema Digitalisierung. Das Bürgerbüro, das Hofheim in den 1990er Jahren als eine der ersten Kommunen in Deutschland eingeführt hat, bleibe bestehen, versichert er. Jetzt gehe es darum, Bürgern Behördengänge durch Onlineangebote zu erleichtern und die Verwaltung auf digitale Aktenführung umzustellen. Christian Vogt weiß, wovon er spricht. Er hat zuletzt als Jurist beim Hessischen Ministerium für Digitale Strategie und Entwicklung gearbeitet.

Hofheim: Gremien vor Ort werden gestärkt

Als Hofheimer Rathauschef hat Vogt viele Termine. Er nimmt sie alle wahr, lässt sich kaum vertreten. Auch die Sitzungen der fünf Ortsbeiräte hat er in den vergangenen Wochen selbst besucht. Um die Gremien vor Ort zu stärken, ist im Nachtragshaushalt für 2020 wieder ein Budget für die Ortsbeiräte eingeplant. Jeder Stadtteil bekommt einen Sockelbetrag von 1000 Euro und weitere 50 Cent pro Einwohner. Über das Geld kann jedes Gremium nach eigenem Gutdünken verfügen.

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