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Hofheim

Main-Taunus: Keine Luftfilter für alle Klassen

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Die Regierungsmehrheit aus CDU, Grüne und FDP im Main-Taunus-Kreis hat die Anschaffung von Luftfilteranlagen für alle Klassenräume abgelehnt. Elternvertreter sind empört.

In einem offenen Brief hatten Elternvertreter:innen aus 25 Schulen und der Kreiselternbeirat den Landrat Michael Cyriax (CDU) sowie die politisch Verantwortlichen im Main-Taunus-Kreis aufgefordert, in allen Schulklassen Luftfiltergeräte einzubauen. In der Pandemie und im Hinblick auf die besonders ansteckende Omikron-Variante solle so eine sichere Lernumgebung geschaffen werden, argumentierten die Eltern.

Über einen Eilantrag der Oppositionsparteien Linke, SPD, Freie Wähler und Die Partei schaffte es das Thema zwar auf die Tagesordnung des Kreisparlamentes, mit dem Ergebnis der politischen Debatte sind die Eltern aber alles andere als zufrieden. Per Änderungsantrag beschlossen Christdemokraten, Grüne und FDP zwar, eine Kostenschätzung für mobile Luftfilteranlagen in Auftrag zu geben, stellten eine Anschaffung aber nur dann in Aussicht, wenn die Geräte das Stoßlüften in den Klassenräumen ersetzen könnten. In der Schulausschusssitzung im Februar soll darüber beraten werden.

Die Elternvertreter:innen sprechen in einer Stellungnahme von einem „schmutzigen Spiel“ der Regierungsparteien – „mit dem Ziel, nicht weiter in den Infektionsschutz an den Schulen investieren zu müssen“. Der Änderungsantrag verhöhne in hohem Maße diejenigen, die sich für den Infektionsschutz an Schulen einsetzten. „Die Leidtragenden hierbei sind Eltern und Kinder, weil diese wieder nicht geschützt werden.“

Seit Beginn der Pandemie sei der Main-Taunus-Kreis stets den Empfehlungen von Bundesregierung, Landesregierung, RKI und Bundesumweltamt gefolgt und habe alle geforderten Maßnahmen kurzfristig und konsequent umgesetzt, argumentierten die Koalitionäre in ihrem Antrag und betonten. „Wir nehmen die Sorgen der Eltern sehr ernst.“ Für Räume, die nicht gelüftet werden könnten, habe man bereits Luftfilter angeschafft. Diese Strategie wolle man beibehalten und für eine gute Test- und Impfinfrastruktur in den Schulen sorgen, sagte CDU-Sprecher Christian Seitz. Luftfilter könnten das Lüften nicht ersetzen.

Die Regierungsparteien gingen offenbar davon aus, dass alle von Experten geforderten Maßnahmen in den Klassen realisiert würden. Dies sei jedoch nicht der Fall. „Es wird in keinem einzigen Klassenraum der Abstand von 1,5 Metern eingehalten“, heißt es in der Stellungnahme der Eltern. „Wir erwarten, dass die Schulen endlich einen umfassenden Infektionsschutz erhalten, damit sicher Präsenzunterricht stattfinden kann.“

Den Antrag der freien Wähler, eine Sondersitzung des Schulausschusses bereits im Januar anzusetzen, lehnten CDU, Grüne und FDP ab. Ebenso den Eilantrag der Opposition, sofort flächendeckend für Schulen und Kitas Luftfilter anzuschaffen.

Sie glaube nicht an eine Neubewertung der Koalition, kommentierte Linken-Sprecherin Beate Ullrich-Graf das Abstimmungsergebnis. Im vergangenen Jahr seien drei Millionen Euro für den Einsatz von Luftfilteranlagen im Kreishaushalt freigegeben worden. Am Ende habe man nur 200 Luftfilter für zwei Jahre angemietet. „Das war wohl eine PR-Aktion zur Beruhigung der Eltern vor der Kommunalwahl“, vermutet Ullrich-Graf.

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