1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Hofheim

Magistrat will möglichst teuer verkaufen

Erstellt:

Kommentare

Hofheim Baugrundstücke auf dem Gelände der alten Ländcheshalle sollen nicht nur an Einheimische gehen

Der Magistrat rechnet damit, dass längst nicht alle Wallauer, die ein Wohnbaugrundstück auf dem Gelände der alten Ländcheshalle kaufen wollen, auch eines bekommen können. Dies geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Linken in der Stadtverordnetenversammlung hervor. Ohnehin seien Sonderangebote für einheimische Interessenten rechtlich zwar möglich, aber nicht unbegrenzt. Der Magistrat will auf jeden Fall die Situation der städtischen Finanzen im Auge behalten und deshalb "einen möglichst hohen Verkaufserlös realisieren". Ausgangspunkt der Anfrage war ein Vorschlag der nicht mehr bestehenden Wählergemeinschaft Wallau aus 2020. Danach sollte ein Teil der Baugrundstücke zu ermäßigten Preisen an Interessenten abgegeben werden, die einen Wohnsitz oder Angehörige in Wallau haben. Pluspunkte gibt's auch, wenn man in einer Wallauer Hilfsorganisation aktiv ist oder in einem der Wallauer Vereine.

Der Magistrat macht allerlei Bedenken geltend. Rechtlich sei ein solches Konzept zwar möglich. So beziehe sich die Rechtsprechung immer auf gesamte Kommunen, nicht aber auf einzelne Stadtteile. Dies sei zu prüfen, heißt es aus dem Rathaus.

Der Magistrat hat entschieden, ein Konzeptvergabeverfahren vorzubereiten. Im Unterschied zum Bieterverfahren, bei dem der Kaufpreis entscheidend ist, werden im Konzeptverfahren auch andere Punkte berücksichtigt. Das können ökologische Themen sein, denkbar wäre die Vorgabe, ein klimaneutrales Wohnquartier zu realisieren. Möglich wäre aber auch, in dem Zusammenhang die Vergabe der Grundstücke zu regeln. Freilich sind damit Zielkonflikte verbunden. Je mehr Vorgaben ein Investor beachten muss, umso geringer fällt womöglich der Preis aus, den er anbieten kann. Der Magistrat weist darauf hin, dass die Stadt beim Verkauf von Vermögenswerten den vollen Wert berücksichtigen müsse und davon nur abweichen könne, wenn es im öffentlichen Interesse sei. Die Schaffung von Wohnraum für Einheimische kann als öffentliches Interesse gesehen werden.

Allerdings sollen die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf zur Finanzierung des Baus der neuen Ländcheshalle verwendet werden. Die ist bekanntlich deutlich teurer geworden als geplant. Trotzdem bleibt es Sache der Stadtverordnetenversammlung zu entscheiden, welchen Zielen sie den Vorrang gibt.

Auf dem Areal sollen Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser entstehen. Gedacht ist überdies an ein kleines Gesundheitszentrum mit Arztpraxis, Apotheke und Physiotherapie. bt

Auch interessant

Kommentare