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Die historischen Gewölbekeller unter dem ehemaligen Kaufhaus müssen erhalten bleiben. Im Bild Projektentwickler Michael Weiss (links) und CDU-Chef Christian Vogt.

Hofheim

Luxuswohnungen im Kaufhaus von Hofheim 

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Im Frühjahr 2020 soll der Umbau in Hofheim abgeschlossen sein. Trotz hoher Mieten ist das Interesse groß.

Ja, die Wohnung gefällt mir, die würd‘ ich sofort nehmen“, sagt eine Frau und fotografiert mit ihrem Handy den fulminanten Blick über die Dächer der Hofheimer Altstadt. In alle Himmelsrichtungen kann man von der großen Terrasse des Penthouses schauen. Die kleinen Fachwerkhäuser liegen dem Betrachter zu Füßen, auf der anderen Seite der Hauptstraße ragt der Turm der Katholischen Kirche Sankt Peter und Paul auf – vor der Kulisse der Taunushügel. Selbst Elli Wagner, die Vorsitzende des Ortsbeirats der Hofheimer Kernstadt, hat solch ein Panorama noch nicht gesehen. „Das ist schon einmalig“, sagt sie.

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Das 180 Quadratmeter große Penthouse, zu dem die Terrasse gehört, ist allerdings nicht mehr zu haben. Es ist bereits vermietet, so wie die Hälfte der Wohnungen, die die Firmengruppe Weiss im ehemaligen Kaufhaus Diener baut. „Das Größte und Teuerste war als Erstes weg“, sagt Firmenchef Michael Weiss. Elf Wohnungen mit Flächen zwischen 76 und 180 Quadratmetern hat der Hofheimer Projektentwickler zu vergeben. Die Mietpreise liegen bei 15 Euro pro Quadratmeter für die Wohnungen in den unteren Etagen und 18 Euro für die Penthousewohnungen.

Anfang 2007 wurde das Kaufhaus „Diener“ in der Hofheimer Hauptstraße geschlossen. Investor Michael Weiss kaufte das Gebäude aus den 1960er Jahren.

Seit 2018 baut er es zu einem modernen Wohn- und Geschäftshaus um. Die Fertigstellung ist für die erste Jahreshälfte 2020 geplant. aro

Vom schmucklosen dreigeschossigen Flachdachbau aus den 1960er Jahren, in dem das Kaufhaus bis zur Schließung 2007 untergebracht war, sind nur die Stützen und die äußere Hülle geblieben. „Wir haben das Gebäude komplett entkernt“, berichtete Weiss bei einem Termin auf der Baustelle, zu dem die CDU eingeladen hatte und Dutzende Hofheimer Bürger gekommen waren.

Der Anfang des Kaufhausumbaus sei holprig gewesen, räumte Weiss ein. „Und wir haben eine Menge Geld in den Sand gesetzt.“ Der ehemalige Frankfurter Planungsdezernent und Stadtplaner Martin Wentz war beauftragt, ein Konzept für das markante Eckgrundstück gegenüber dem Alten Rathauscafé auszuarbeiten. Wentz plante den Komplettabriss, wollte den klotzigen Bau aus den Sechzigerjahren durch ein modernes Gebäudeensemble ersetzen. Die hessischen Denkmalpfleger verboten dies mit Hinweis auf den Ensembleschutz. Sie störten sich an den voluminösen Proportionen des geplanten Neubaus mit Balkonen, Loggien und einem Turm an der Ecke Hauptstraße/Burgstraße, wollten vor allem die noch unerforschten historischen Keller erhalten.

Die Keller mit Steinmauern und Gewölbedecke bleiben nun weitgehend unangetastet. Michael Weiss will sie zu Weinlagern umgestalten und an Privatleute vermieten beziehungsweise für Veranstaltungen öffnen. Für die 23 Stellplätze wird keine Garage gebaut, sie werden auf einem Parkdeck untergebracht. Terrassen und Innenhof sowie ein Dachgarten des Wohn- und Geschäftshauses würden üppig bepflanzt. „Wir wollen eine grüne Oase in der Hofheimer Innenstadt schaffen“, kündigte Weiss an.

Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des neuen Altstadtensembles werden Gewerberäume vermietet. Unter anderem sollen ein Finanzdienstleister und ein Massagestudio einziehen. Außerdem wird der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik am Hofheimer Krankenhaus, Stephan Volk, mit Kollegen eine Praxis eröffnen.

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