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Lorsbacher sauer auf Minister Al-Wazir

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Vollsperrung der L 3011 bleibt ein Aufreger / Aktionsbündnis hofft auf Petitionsausschuss

Hofheim - In Lorsbach sähe man es gerne, wenn in den nächsten Wochen Landtagswahl wäre. Für Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir wäre das, was Lorsbach angeht, keine gute Perspektive. Auf den Grünen-Politiker nämlich konzentriert sich derzeit die Wut derjenigen, die den Kampf gegen die drohende einjährige Vollsperrung der Landesstraße 3011 noch nicht aufgegeben haben. Das Aktionsbündnis gegen die Sperrung hofft nun, dass der Petitionsausschuss des Landtages etwas bewegen kann.

Für Empörung sorgt in Lorsbach ein Schreiben Al-Wazirs, in dem er die Lorsbacher auffordert, die Vollsperrung „jetzt zu akzeptieren und nicht ständig weiter Briefe und E-Mails zu schreiben, die etwas fordern, was schlicht nicht möglich ist.“ So jedenfalls zitiert das Aktionsbündnis den Brief des Ministers. Tatsache ist: Hessen Mobil und das Verkehrsministerium halten seit Monaten daran fest, dass das Verrohren des Mühlgrabens keine machbare Lösung sei und dass die Baustellen-Umfahrung über das Gelände des Reiterhofs an der Weigerung des Eigentümers scheitert. Beides wird in Hofheim und Lorsbach anders gesehen. An dieser Gefechtslage hat sich schon lange nichts mehr geändert.

In Lorsbach besteht überdies der Verdacht, dass die Tragweite der Vollsperrung in Wiesbaden gar nicht erkannt wird. Der Minister habe erklärt, man erreiche Hofheim doch in zwei Minuten von Lorsbach mit der Bahn, berichtet das Aktionsbündnis. Vergessen würden bei dieser Argumentation die Existenzprobleme der Läden und Betriebe, schimpft das Aktionsbündnis, die Umwegfahrten vieler Autofahrer und die damit verbundenen Kosten und Umweltbelastungen.

Aufgeben allerdings ist für die Lorsbacher keine Option. Die Verrohrung des Grabens sei keineswegs vom Tisch, auch nicht eine andere Organisation der Baustelle oder eine kleinere Umfahrung der Baustelle in der Kurve. Dies hätten auch zahlreiche Beiträge von verkehrspolitisch erfahrenen Politikern aus dem Main-Taunus-Kreis in einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Kreistages gezeigt. Die Landesstraßenbehörde Hessen Mobil hatte bei der Gelegenheit keine Möglichkeit gesehen, den Lorsbachern entgegenzukommen. Auf Unmut ist in Lorsbach gestoßen, dass die Kreistags-Grünen sich im Verkehrsausschuss hinter den Verkehrsminister gestellt hatten.

Das Aktionsbündnis richtet seine Hoffnungen nun auf den Petitionsausschuss des Hessischen Landtages. Der will sich im November in Lorsbach und im Hofheimer Rathaus über die Angelegenheit informieren. Dass dies so kurzfristig passiert, ist aus Sicht der Lorsbacher ein gutes Zeichen. Das Aktionsbündnis wünscht sich noch viele weitere Unterschriften für die neue Online-Petition, die im Internet unter www.openpetition.de/!bfgfi zu finden ist. bt

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