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Lichtblick für die Stadtteil-Arbeit

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So soll der zweigeschossige Neubau in der Homburger Straße aussehen: Er beherbergt den neuen Stadtteiltreff Nord und Wohnungen. kulla
So soll der zweigeschossige Neubau in der Homburger Straße aussehen: Er beherbergt den neuen Stadtteiltreff Nord und Wohnungen. kulla © Kulla Architekten

Spatenstich für neuen Treff in Nord / 2,2 Millionen-Projekt soll Ende 2023 fertig sein

Hofheim - Es war nicht nur Corona, aber auch die Pandemie hat ihren Anteil daran, dass sich das Neubau-Projekt der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) auf dem Grundstück Homburger Straße 1 um die zwei Jahre verzögert hat. „Wir hatten den Beteiligungsprozess vor Corona angefangen“, erinnerte HWB-Geschäftsführer Norman Diehl, doch dann habe er rund ein Jahr ruhen müssen. Als dann die Planung schon auf dem Weg war, kippte die neue Bundesregierung die fest eingeplante KfW-Förderung. „Da haben wir das ganze wieder auf links gedreht“, so Diehl.

Dass es gestern endlich offiziell losging mit dem Neubau, ist insbesondere für die Stadtteil-Arbeit im Hofheimer Norden ein Lichtblick. Denn die vermisst den Treff, aus dem sie schon vor fast einem Jahr ausgezogen war, schmerzlich, auch wenn sie in ihren Ausweichquartieren beim TV 1860 und in der Kita „Freche Spatzen“ gut aufgenommen wurde.

Der Containerbau, den die HWB vor 13 Jahren im Auftrag der Stadt Hofheim für das Projekt „Soziale Stadt“ errichtet hatte, war schließlich vor einigen Wochen abgerissen worden. Einen Teil ihres Grundstücks hatten der Stadtälteste Elcke Eirich und seine Frau Marianne für das zehnjährige Projekt „Soziale Stadt“ kostenfrei zur Verfügung gestellt und schließlich das 438 Quadratmeter große Grundstück für die Realisierung des neuen Stadtteiltreffs und Wohnraum an die HWB verkauft. Nun wird hier ein zweigeschossiges Gebäude nach Plänen des Architekturbüros Kulla errichtet, mit dem die HWB unter anderem schon in Marxheim oder in Langenhain zusammengearbeitet hat.

Architekt Joachim Kulla zeigte sich zuversichtlich, dass es mit der Umsetzung schnell gehen werde. Noch in diesem Jahr solle der Keller vollendet werden - denn die Rohbaufirma sage, im Januar werde der Beton zu teuer. Weil die KfW-Förderung weggefallen ist, habe man energetisch „ein paar Abstriche“ machen müssen, so der für die Umsetzung von Bauprojekten zuständige HWB-Geschäftsführer Josef Mayr. Auch die steigenden Zinsen und die Knappheit bei Baumaterialien machten Bauen derzeit nicht leicht. Immerhin sei die HWB aber „guter Dinge“, so Mayr, das nun auf 2,2 Millionen Euro veranschlagte Haus bis zum Ende des nächsten Jahres fertigstellen zu können. Bürgermeister Christian Vogt (CDU), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der 100-prozentigen städtischen Tochter HWB ist, nannte es „eine mutige Entscheidung“, dass die Stadtverordnetenversammlung 2019 gesagt habe: „Wir schaffen aus einem Provisorium etwas Dauerhaftes.“

Doch der Stadtteiltreff und das dort gemachte Angebot hatten dem ganzen Quartier im Hofheimer Norden so gut getan, dass es ihn weiter geben soll. „Leben“ werde hier wieder stattfinden, „auch mit Hilfe unseres starken Kooperationspartners, der Caritas“, so Vogt.

Dass die Mitglieder der „Familie Nord“, deren Träger der Caritasverband ist, zwischenzeitlich schon festgestellt haben, wie wichtig doch so ein fester Standort ist, „von dem aus man agieren kann und dem sich alle zugehörig fühlen“, sprach Caritas-Vorstand Torsten Gunnemann an. Er dankte ausdrücklich für die Beteiligung der „Familie Nord“ an der Planung. Das Projekt versinnbildliche besonders gut das aktuelle Caritas-Jahresmotto „Das machen wir gemeinsam“, so Gunnemann. Gerade in diesen schwierigen Zeiten zeige es: Nur wenn wir zusammenstehen, können wir alle was bewegen, mit und für die Menschen.“

Der Stadtteiltreff wird im Erdgeschoss des Neubaus 78 Quadratmeter Raum erhalten. Im Erdgeschoss wird zudem eine der vier vom Land Hessen geförderten Wohnungen untergebracht, für die Mietpreise von bis zu 8,50 oder 9 Euro kalt kalkuliert werden. Das liegt an der oberen Grenze für Sozialwohnungen im MTK. Dass die Nachfrage riesig sein wird, ist für HWB-Geschäftsführer Diehl angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt klar.

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