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Was mit dem Areal der ehemaligen Bücherei passiert, ist wieder deutlich unklarer geworden. schmidt
Was mit dem Areal der ehemaligen Bücherei passiert, ist wieder deutlich unklarer geworden. schmidt © Schmidt

Die Zukunft des Bücherei-Quartiers ist weiter offen - der Zeitplan wackelt

Hofheim - Hotel, Grünanlage, Musikschule, Markthalle - die in den vergangenen Monaten geäußerten Ideen fanden sich auch auf der Wand wieder, an der die Teilnehmer ihre Vorschläge zum ehemaligen Bücherei-Grundstück anbringen konnten. Aber auch andere Ideen wurden beim offiziellen Auftakt der Bürgerbeteiligung in der Stadthalle zur Zukunft des Geländes geäußert. Ein Teilnehmer kann sich ein Kleintiergehege mit Hühnern vorstellen, ein anderer eine Spielhalle. „Wir haben nicht alle die gleiche Meinung“, erklärte Bürgermeister Christian Vogt.

Am Ende war die Bürgerbeteiligung nicht so weit gekommen, wie es geplant war. Ausgerechnet der dritte Teil der Veranstaltung, in dem über Ideen gesprochen werden sollte, fiel praktisch aus. Dabei hatten viele ihre Vorschläge loswerden wollen, was die Zahl der Zettel dokumentiert, die an der erwähnten Stellwand angebracht wurden. Immerhin wurden sie eingesammelt, sind also nicht verloren.

Vorgesehen war, dass die Ergebnisse des Abends Grundlage sein sollten, dafür, mehrere Büros mit der Ausarbeitung städtebaulicher Konzeptionen zu beauftragen. Dies wäre auf Grundlage der Zettelsammlung möglich. Aber dies widerspräche dem gesamten Verlauf der Veranstaltung. Deren Ergebnis war, dass ganz grundsätzlich über das Grundstück und das ganze Quartier gesprochen werden soll. Manche wollen sich auf das eigentliche Gelände konzentrieren. Nicht vom Gebäude her denken, mit einer begrünten Restfläche, sondern einen begrünten Bereich in den Blick nehmen, mit der Möglichkeit eines Gebäudes darin - dafür plädierte die Marxheimer Ortspolitikerin Silvia Stengel. Andere denken viel weiter, stellen die Elisabethenstraße in Frage und die Funktion des Kellereiplatzes als Festplatz.

„Wir sind auf einer anderen Flughöhe angekommen“, bilanzierte Moderator Roland Strunk, da viele der Wortmeldungen ebenfalls für eine Grundsatzdebatte plädierten. Damit sei der bisherige Zeitplan obsolet geworden, stand für Vogt am Ende fest. Eigentlich hatte eine Entscheidung über die Zukunft des Geländes im November nächsten Jahres fallen sollen. Unklar blieb auch, wie es nun überhaupt weitergehen soll.

So weit die Vorstellungen auch auseinandergehen mögen, in einem Punkt herrschte Einigkeit: dass auf den Kellereiplatz mehr Grün gehört. Von einer „freudlosen Gestaltung“ sprach Stadtplaner Klaus Trojan, der einst den Rahmenplan für das Quartier erarbeitet habe. Es sei eine Katastrophe, vor dem Wasserschloss auf Grün zu verzichten. Das soll sich offenbar ändern - muss aber sicher im Zusammenhang mit dem Bücherei-Grundstück entschieden werden. Unterschiedliche Auffassungen gibt es darüber, ob das Grundstück überhaupt neu bebaut werden soll. Stadtplaner Torsten Becker will neuen Überlegungen möglichst viel Raum geben, stellt die Funktion des Kellereiplatzes als Festgelände in Frage und kann sich auch ein „super-ökologisches, fünfgeschossiges Holzgebäude“ am Südrand vorstellen.

Das wäre ja eine Größe, die ein Hotel möglich machen würde; nach der Machbarkeitsstudie wäre das bei einer bisher angedachten viergeschossigen Bebauung kaum drin. Aber auch diese Größe ist aus Sicht der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt zu viel, wie deren Vorsitzender Andreas Friedrich erklärte. Wohin die Reise in Hofheims Zentrum jetzt geht - das ist nach diesem Abend offener denn je.

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