Revierförster Karlheinz Kollmannsberger zeigt die Fraßspuren von Borkenkäfern an der Rinde einer befallenen Fichte.
+
Revierförster Karlheinz Kollmannsberger zeigt die Fraßspuren von Borkenkäfern an der Rinde einer befallenen Fichte.

Hofheim

10 000 Jungbäume für den Hofheimer Stadtwald

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
    schließen

Die Bürgerstiftung plant für Herbst eine große Pflanzaktion in Langenhain und hofft auf rege Mithilfe der Bevölkerung.

Bis zum Sommer vorigen Jahres stand auf der zwei Hektar großen Fläche am Eselsweg im Stadtteil Langenhain dichter Fichtenwald. Mittlerweile ist die Abteilung 201 des Hofheimer Stadtwaldes kahl. Alle Bäume mussten gerodet werden. Monatelange Trockenheit und der sich rasant verbreitende Borkenkäfer hatten den Fichten derart zugesetzt, dass sie abgestorben waren.

Nun soll die Fläche wiederaufgeforstet werden. Die Bürgerstiftung der Stadt Hofheim will im Herbst mit einer großen Pflanzaktion beginnen. In den kommenden fünf Jahren sollen mindestens 10 000 Jungbäume im Stadtwald gesetzt werden.

Fichten werden allerdings nicht mehr darunter sein. Denn sie halten dem Klimawandel genauso wenig stand wie dem Borkenkäfer. Insgesamt 30 000 Bäume hätten in den vergangenen beiden Jahren gefällt werden müssen, berichtet Revierförster Karlheinz Kollmannsberger. Über kurz oder lang werde die Fichte wohl komplett aus dem Hofheimer Stadtwald verschwinden.

Experte empfiehlt widerstandsfähige Baumarten

Der Nadelbaum, der für gewöhnlich in Mittelgebirgshöhen über 500 Metern gut gedeiht, war an den Ausläufern des Taunus ursprünglich auch gar nicht heimisch. Fichten wurden zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert sowie nach dem Zweiten Weltkrieg gepflanzt, weil sie schnell wachsen und gutes Bauholz abgeben.

Stadtwald

1500 Hektar  groß ist der Hofheimer Stadtwald. An den Ausläufern des Taunus gelegen, gehört er zur größten zusammenhängenden Waldfläche im Rhein-Main-Gebiet.

Buchen und Eichen  sind die häufigsten Baumarten. Sie wachsen auf mehr als 70 Prozent der Fläche.

Die Fichtenbestände  machen noch rund drei Prozent aus.Der Borkenkäfer hat sie weitgehend vernichtet. aro

Nun empfiehlt der Experte, Baumarten zu pflanzen, die standortgerecht und widerstandfähig sind. Für das Areal in Langenhain vorgesehen sind Eichen, Linden und Hainbuchen, entlang der Wege Ebereschen, Kirschen und Aspen sowie ein Strauchsaum aus Schneeball, Holunder und Hasel. Ein vielfältiger Mischwald soll auf diese Weise entstehen und schon in jungen Jahren Lebensraum sein für Insekten, Säugetiere und Vögel. Später kann er auch forstwirtschaftlich genutzt werden.

Gruppen zu 50 Personen

An drei Samstagen im Oktober und November sollen die 50 Zentimeter hohen Jungbäume gepflanzt und mit einem Verbissschutz versehen werden. Bürgerinnen und Bürger können sich daran beteiligen und in Gruppen zu 50 Personen zwei Stunden lang die Bäume setzen. Ein Baum inklusive Verbissschutz kostet fünf Euro. Wer mag, kann eine Namenstafel anbringen.

Gesonderte Pflanztermine sind für Unternehmen wie die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft oder die Firma Omnibusse Kolb vorgesehen. Die Bürgerstiftung wird an der Pflanzfläche in Langenhain eine Versorgungsstation für die Helfer einrichten. Im Rathaus soll eine Baumpflanzuhr den Fortgang der Aktion dokumentieren.

Spendenkönnen auf das Konto der Bürgerstiftung Hofheim unter IBAN DE70512500000001000888 überwiesen werden. Verwendungszweck: „Aufforstung Hofheimer Stadtwald“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare