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Im Hofheimer Kreistag könnte die alte Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP auch die neue sein.
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Im Hofheimer Kreistag könnte die alte Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP auch die neue sein.

Hofheim

Jamaika-Koalition im Kreistag kann weiterregieren

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Die Grünen haben bei den Kommunalwahlen im Main-Taunus-Kreis deutlich dazugewonnen. Die SPD erreichte mit knapp 15 Priozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis.

Im Main-Taunus-Kreistag kann die Koalition aus CDU, Grünen und FDP nach der Kommunalwahl weiterregieren. Dank der deutlichen Stimmengewinne der Grünen vermutlich sogar fast mit Zwei-Drittel-Mehrheit. Ob es eine Neuauflage des Regierungsbündnisses geben wird, das 2016 erstmals geschmiedet wurde, steht allerdings noch nicht fest.

CDU-Kreisvorsitzender Axel Wintermeyer hatte noch am Wahlabend die engagierte Arbeit seiner Partei gelobt, die trotz Gegenwind aus Berlin und der fehlenden Möglichkeit Bürger:innen im Wahlkampf direkt anzusprechen, stärkste Kraft im Kreistag geblieben sei. Mit wem als Partner die Christdemokraten künftig im Main-Taunus-Kreis zusammenarbeiten wollen, werde sich erst in den nächsten Tagen entscheiden. „Wir müssen die Lage in Ruhe analysieren. Ziel ist, eine stabile und verlässliche Regierung zu haben“, sagte Wintermeyer. Rein rechnerisch könnten CDU und Grüne auch ohne den Partner FDP regieren.

Vom guten Abschneiden auf Kreisebene und auch in allen zwölf Main-Taunus-Kommunen überrascht zeigten sich die Grünen. „Wir haben auf Stimmenzuwächse gehofft, aber mit einem so guten Abschneiden dann doch nicht gerechnet“, sagte die grüne Spitzenkandidatin für den Kreistag und Kreisvorsitzende, Bianca Strauss der FR. Auch die Grünen wollen sich Zeit lassen, um mögliche Kooperationen in der künftigen Kreisregierung auszuloten. Im Wahlkampf hatten sie auf eine Koalitionsaussage verzichtet. Am Montag kommender Woche werde man zusammenkommen, um einen neuen Fraktionsvorstand und einen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende zu wählen, sagte Bianca Strauss und ließ durchblicken, dass sie selbst diese Position übernehmen könnte.

Als Grund für das gute Abschneiden ihrer Partei im Kreis nannte die 51 Jahre alte Hofheimerin die reibungslos funktionierende Regierungsarbeit mit Christdemokraten und Liberalen. Dazu gehöre auch, dass die Grünen mit Madlen Overdick über eine hauptamtliche Beigeordnete verfügten. Die Opposition im Kreistag hatte diese Personalentscheidung, die mit der Schaffung eines zusätzlichen Dezernatspostens verbunden war, immer wieder scharf kritisiert. „Als Regierungspartei müssen wir am Tagesgeschäft beteiligt sein, die Dezernentenstelle muss man nicht hinterfragen“, verteidigte Strauss die Entscheidung.

Eine bittere Niederlage erlebten die Sozialdemokraten im Main-Taunus-Kreis. Sie verloren nicht nur in den meisten Stadtparlamenten und Gemeindevertretungen deutlich an Stimmen, sondern sackten auch auf Kreisebene auf einen historischen Tiefststand von weit unter 20 Prozent ab. Trotz der prominenten Spitzenkandidatin, Hessens SPD-Chefin Nancy Faeser, sei es seiner Partei nicht gelungen, die Wähler:innen vom Programm der SPD zu überzeugen, räumte Fraktionschef Philipp Neuhaus im Gespräch mit der FR ein. „Wir haben mit Verlusten gerechnet, aber in dieser Deutlichkeit haben wir sie nicht erwartet.“ Vier Abgeordnetensitze könnten für die SPD im Kreistag verloren gehen.

Was die Regierungsbildung betrifft, erwartet Neuhaus keine große Veränderung im Kreisparlament. Er rechne damit, dass das Dreierbündnis aus CDU, Grünen und FDP weitermache, auch wenn die FDP in einer ihrer Hochburgen voraussichtlich Stimmen eingebüßt habe. Dass Johannes Baron erst vor einem Jahr als Kreisbeigeordneter wiedergewählt wurde, spreche dafür.

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