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Das Haus Hauptstraße 15 im Jahr 1923.

Hofheim

Die Hofheimer Hauptstraße in Geschichten und alten Bildern

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Der Historische Arbeitskreis hat ein Buch über die Hofheimer Hauptstraße fertig gestellt. Der Blick geht weit über 100 Jahre zurück.

Seit sie in den 1980er Jahren teilweise zur Fußgängerzone wurde, ist die Hofheimer Hauptstraße die Flaniermeile der Main-Taunus-Kreisstadt. Von der Zeil verläuft sie fast schnurgerade quer durch die Fachwerkaltstadt bis zur Alten Bleiche. Publikumsmagneten liegen an ihr: das Alte Rathauscafé, in dem Konditor Daniel Anderlohr backt, seit er das Café Hollhorst am Frankfurter Römerberg aufgegeben hat; das Eiscafé Venezia, die Buchhandlung Tolksdorf, die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul und das ehemalige Kaufhaus Diener, das gerade zu einem luxuriösen Wohnhaus umgebaut wird.

Doch wie sah die Hauptstraße, die nach der Gebietsreform in den 1970er Jahren als einzige in Hofheim und seinen Stadtteilen ihren Namen behalten durfte, früher aus? Wie hat sich die Grad’ Gass’ zwischen Ober- und Untertor im Laufe der Zeit verändert? Welche Geschichte haben die historischen Häuser, die heute noch an der Hauptstraße stehen? Antworten auf diese Fragen gibt ein neues Buch, das das Stadtmuseum jetzt herausgegeben hat. Zwei Jahre lang hat ein Autorenteam des Historischen Arbeitskreises der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt an den Texten gearbeitet. Mehr als 100 Jahre alte Adressbücher, Steuerlisten und die Daten der Volkszählung von 1861 wurden zur Recherche herangezogen, das Stadtarchiv nach historischen Fotografien durchforstet. Dabei zeigte sich, dass die Geschichte der Hauptstraße auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte Hofheims widerspiegelt. Landwirtschaft und Handwerksbetriebe sowie ab 1870 Lederfabriken prägten einst das Bild der Straße. Dazu gab es Kolonialwarenläden und Gasthäuser. Mit einer Mischung aus Fachwerk und zeitgenössischen Baustilen des frühen 20. Jahrhunderts strahlte die Hofheimer Hauptstraße Anfang des 20. Jahrhunderts den Charme von Kleinstadt und Landleben aus. In den 1960er und 70er Jahren beherrschte der Autoverkehr die Straße. Mittlerweile dürfen Autos nur noch in der Oberen Hauptstraße in Richtung Zeil fahren. Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungsbetriebe prägen das Straßenbild sowie Restaurants und Kaffeehäuser. Leerstehende Läden gibt es nicht. Einige Geschäfte sind zu Wohnungen geworden.

Immer schon war die Hauptstraße ein Ort der Begegnung in der Stadt. Gäste von auswärts nutzten sie im 19. Jahrhundert, um vom neu eröffneten Bahnhof zum Kurhaus zu gelangen. Fotos im Buch zeigen Festzüge von Turnern und Gesangsvereinen Anfang des 20. Jahrhunderts. 1942 marschierten die Nationalsozialisten vor der Kulisse von Sankt Peter und Paul. Heute noch windet sich alle zwei Jahre der Hofheimer Fastnachtszug durch die Hauptstraße.

Jedem der 79 Häuser in der Hauptstraße ist ein eigenes Kapitel im Buch gewidmet. Die Autoren erzählen die Geschichten der unterschiedlichen Gebäude und zeigen in alten und neuen Fotografien, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben.

Das Buch

Hauptstraße Hofheim am Taunus - Eine Straße verändert ihr Gesicht. Herausgeber: Stadtmuseum Hofheim. 176 Seiten 232 historische und aktuelle Fotografien. 20 Euro. ISBN: 978-3-933735-56-0. 

Das Buch ist der 23. Band der Schriftenreihe „Beiträge zur Kultur- und Stadtgeschichte“ des Stadtmuseums Hofheims. Es kann im Museum erworben werden. Vom Verkaufspreis gehen zwei Euro an die Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt. Das Geld fließt in die Sanierung des Altstadthäuschens in der Bärengasse. aro

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