Hofheim

Stopp für neuen Busbahnhof

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Bürgermeister Christian Vogt will den barrierefreien Umbau des Hofheimer Omnibusbahnhofes verschieben. Die Planung der Wallauer Spange habe aktuell Vorrang, sagte er im Parlament.

Seit Jahren wird über den barrierefreien Umbau des zentralen Hofheimer Omnibusbahnhofes zwischen S-Bahnhof und Alter Bleiche diskutiert. In diesem Jahr sollten die Planungen abgeschlossen sein, damit ein Förderantrag für das Millionenprojekt gestellt werden kann. Doch daraus wird wohl nichts. Bürgermeister Christian Vogt (CDU) will bei der Umgestaltung des Busbahnhofes, der täglich von Tausenden Fahrgästen frequentiert wird, eine Pause einlegen. Die Verwaltung könne nicht gleichzeitig mehrere Großprojekte stemmen, sagte Vogt gestern Abend in seiner Haushaltsrede vor den Stadtverordneten. Außerdem müssten in Zeiten der Corona-Pandemie alle Ausgaben auf den Prüfstand. 2,8 Millionen Euro waren für den neuen Busbahnhof in den kommenden Jahren im städtischen Haushalt veranschlagt.

Bei den Verkehrsprojekten spielt für Vogt die so genannte „Wallauer Spange“ zurzeit eine zentrale Rolle. Der neue Haltepunkt der Regionalbahnen nahe der A 66 sei wichtig, um die westlichen Hofheimer Stadtteile besser an Frankfurt und Wiesbaden anzubinden. Die Planungen sehen vor, dass die Städte Wiesbaden, Hochheim und Hofheim die Infrastruktur rund um den neuen Bahnhof gemeinsam finanzieren.

Der Haushalt, den Christian Vogt im Parlament vorstellte, ist ein Doppelhaushalt für die Jahre 2021 und 2022. Er umfasst erstmals ein Volumen von mehr als 100 Millionen Euro. Im kommenden Jahr ist das Defizit gering und liegt nur bei 30 000 Euro. 2022 fehlen aktuell rund 2,6 Millionen Euro für einen ausgeglichen Etat.

Weil sich in Zeiten von Corona die Dinge schnell ändern, ist das Zahlenwerk eine Momentaufnahme. Unklar ist beispielsweise noch, wie hoch das Minus bei Hofheims wichtigster Einnahmenquelle, der Einkommenssteuer, ausfallen wird. Bei der Gewerbesteuer hat der Kämmerer bereits 1,5 Millionen Euro weniger an Einnahmen veranschlagt als in diesem Jahr. Steuern und Gebühren für die Bürger wolle er nicht erhöhen, sagte Vogt.

Um zehn Prozent sollen die Ausgaben für das städtische Personal steigen. Vogt will zwei neue Ordnungspolizisten einstellen und allen Mitarbeitern ein Jobticket finanzieren.

Weitergeführt werde auch das so genannte Schlaglochprogramm, kündigte Vogt an. Eine 4000 Quadratmeter große Fläche sei auf Hofheims Straßen bereits auf diese Weise „gestopft“ worden.

17,5 Millionen Euro an Investitionen sieht der Doppelhaushalt vor. Das Geld fließt unter anderem in die Erweiterung von drei Kindergärten und die Anschaffung neuer Fahrzeuge für die Feuerwehr.

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