Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jeden Sommer finden archäologische Grabungskampagnen auf dem Kapellenberg statt.
+
Jeden Sommer finden archäologische Grabungskampagnen auf dem Kapellenberg statt.

Hofheim

Hofheim: Stadt plant Haus der Michelsberger Kultur

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
    schließen

Die Stadt Hofheim will auf dem Kapellenberg eine Dauerausstellung mit archäologischen Funden aus der Steinzeit einrichten. Der Main-Taunus-Kreis hat dafür Fördermittel in Aussicht gestellt.

Schon seit 2008 laufen auf dem Hofheimer Kapellenberg unweit des Meisterturms archäologische Grabungsarbeiten. Das Projekt, bei dem unter anderem die Überreste einer Wallanlage mit gut erhaltenen Gebäudestrukturen aus der Steinzeit zutage gefördert wurden, ist Teil einer Kooperation zwischen dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum, der Johannes Gutenberg Universität Mainz und Hessen-Archäologie.

Die Forscher:innen erhielten durch die Grabungsarbeiten Aufschluss über die Besiedlung des 6000 Jahre alten Fundplatzes. Für Detlef Gronenborn, Hochschulprofessor und Prähistoriker, ist die 20 Hektar große Anlage einzigartig. Nirgendwo sonst in Europa gäbe es ein derartiges Denkmal der sogenannten Michelsberger Kultur, die sich vom Rhein-Main-Gebiet nach Osten und Süden ausbreitete. Gronenborn spricht im Zusammenhang mit dem Hofheimer Kapellenberg gerne vom „Pompej der Steinzeit.“

Spaziergänger:innen, die sich für die Forschungsarbeiten der Archäologenteams interessieren, erfahren Details über Geologie und Nutzung des Kapellenberges sowie die jungsteinzeitlichen Bodendenkmäler entlang eines archäologischen Rundweges, der in Kooperation mit dem Regionalpark Rhein-Main angelegt wurde.

Demnächst soll es auch eine Ausstellung auf dem Kapellenberg geben. Die Stadt will ein „Haus der Michelsberger Kultur“ einrichten, um dort Fundstücke zu präsentieren. Es soll auf dem Gelände des Meisterturms stehen und damit inmitten der einstigen Ringwallanlage, die den Menschen in der Jungsteinzeit zur Verteidigung ihrer Siedlung diente. Der Wall auf dem Kapellenberg ist nach Meinung von Expert:innen die zweitgrößte vorgeschichtliche Anlage, die im Taunus gefunden wurde. Er war zunächst ein Palisadenwall und wurde später als Erdwall ausgebaut.

Ein detailliertes Konzept für die Ausstellung muss nach Angaben von Bürgermeister Christian Vogt (CDU) noch ausgearbeitet werden. Geplant sei unter anderem die Rekonstruktion der Lebensumstände in der Jungsteinzeit sowie ein 3-D-Modell des Kapellenbergs mit Ringwall, Hügelgräbern und Wachturm. Ein „Haus des Waldes“ soll das Kulturprojekt ergänzen.

Der Main-Taunus-Kreis hat einen Zuschuss von 133 000 Euro in Aussicht gestellt. Im Hofheimer Haushalt sind 250 000 Euro für das Projekt vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare