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Hofheim: Raus aus der Arbeitslosigkeit trotz Corona-Krise

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Das kommunale Jobcenter des Main-Taunus-Kreises in Hofheim hat ein spezielles Programm aufgelegt und bereits mehr als 300 Menschen in neue Jobs vermittelt.

Aktiv in der Krise – Pro Job“ heißt das Programm, das das kommunale Jobcenter des Main-Taunus-Kreises Anfang Mai gestartet hat. Menschen, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ihren Job verloren haben, sollen damit schnell wieder in Arbeit vermittelt werden. Bei 331 Personen sei das bereits gelungen, teilte Sozialdezernent Johannes Baron (FDP) mit. Vierundzwanzig junge Bewerber hätten zudem einen Ausbildungsplatz gefunden.

Das Programm richtet sich an bislang rund 1600 Personen in Kurzarbeit, an Arbeitslose oder Solounternehmer, die einen Erstantrag auf Unterstützung gestellt haben. Binnen 24 Stunden nehmen die Berater des Jobcenters im Hofheimer Landratsamt Kontakt zu den Antragstellern auf. Sie erstellen eine Prognose, wie die Chancen einer Weiterbeschäftigung sind. Ist die Wahrscheinlichkeit hoch, den Arbeitsplatz zu verlieren, oder ist es unwahrscheinlich, dass der Kunde eine selbstständige Tätigkeit wieder aufnehmen kann, entwickeln die Berater zusammen mit dem Arbeitgeberservice des Jobcenters eine Strategie für das weitere Vorgehen.

Laut Baron förderte eine Umfrage bei 2000 Arbeitgebern in der Region mehr als 400 freie Arbeitsplätze zutage. Vertreten seien fast alle Berufszweige, einschließlich Tourismus und Gaststätten. „Offenbar ist der regionale Arbeitsmarkt nach den ersten Corona-Lockerungen wieder aufnahmefähig“, sagt der Sozialdezernent.

Erfolgreiche Arbeitsplatzvermittlung

Die Beispiele der erfolgreichen Arbeitsplatzvermittlung durch das Jobcenter in der Corona-Krise sind dabei vielfältig. Einem selbstständigem IT-Berater waren beispielsweise immer mehr Aufträge weggebrochen, so dass er sich gezwungen sah, Unterstützung zu beantragen. Über einen Personaldienstleister bekam er kurzfristig die Chance, auf seinem gewohnten fachlichen Niveau mit einem regulären Arbeitsvertrag weiterzuarbeiten.

Einer Frau wurde wegen der unsicheren Lage durch die Corona-Krise zum Ende ihrer Probezeit gekündigt. Sie konnte durch eigene Recherche ein Unternehmen der gleichen Branche finden, das Mitarbeiter suchte – allerdings 400 Kilometer von ihrem bisherigen Wohnort entfernt. Das Jobcenter übernahm die Kosten für das Vorstellungsgespräch und den anschließenden Umzug. Die Phase der Arbeitslosigkeit dauerte für die Bewerberin insgesamt nicht länger als drei Monate.

Ein Antragsteller hatte sich vor Corona mit einem Minijob als Küchenhelfer durchgeschlagen und war davon ausgegangen, dass er mit geringen Deutschkenntnissen nichts Besseres finden würde. Als ihm der Minijob gekündigt wurde, ging er mit Hilfe eines Beraters auf Jobsuche und fand eine Teilzeitbeschäftigung, bei der er sein Einkommen verdoppeln konnte.

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