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Hofheim: On-Demand-Verkehr startet im Juni

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Von: Andrea Rost

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Elektrobusse fahren demnächst nachts und am Wochenende durch Hofheim und können flexibel telefonisch und über eine App gebucht werden. Die Stadt zahlt für das neue Mobilitätsangebot 400 000 Euro pro Jahr.

Im Hofheimer Stadtparlament wurde über das Pilotprojekt zum On-Demand-Verkehr in den letzten Monaten mehrfach diskutiert. Starttermine für den bedarfsorientierten Shuttle mit Elektrobussen wurden angekündigt und wieder verworfen. Jetzt ist es soweit: Ab Juni sollen insgesamt sechs Elektrobusse durch die Kernstadt und die fünf Stadtteile fahren – nachts und am Wochenende, also zu Zeiten, in denen das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in der Main-Taunus-Kreisstadt deutlich ausgedünnt ist beziehungsweise überhaupt keine Busse verkehren. Das sagte der Geschäftsführer der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft, Roland Schmidt, der Frankfurter Rundschau.

Pandemiebedingt und wegen komplizierter Absprachen mit vielen Beteiligten habe es länger gedauert als ursprünglich geplant, räumte Schmidt ein. An dem ursprünglichen Konzept, dem das Stadtparlament bereits 2020 zugestimmt hatte, habe sich aber nichts geändert.

Die Fahrgäste können die Elektrobusse über eine App oder telefonisch buchen. Zusätzlich zu den bekannten Haltstellen des ÖPNV sind 200 virtuelle Haltepunkte im gesamten Stadtgebiet hinterlegt. Betriebszeiten des On-Demand-Shuttle sind Montag bis Donnerstag von 19 bis 2 Uhr, Freitag von 19 bis 3 Uhr, Samstag von 15 bis 3 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 1 Uhr. Ein Fahrzeug wurde umgebaut und kann auch Rollstuhlfahrer befördern.

Der Fahrpreis für den On-Demand-Shuttle setzt sich aus einem Grundpreis von 2,15 Euro, einem Komfortaufschlag von 1,50 Euro und einer Kilometerpauschale von zehn Cent ab dem dritten Kilometer zusammen. Wer eine Zeitkarte des ÖPNV besitzt, muss den Grundpreis nicht bezahlen.

Das On-Demand-Shuttle Hofheim ist Teil des Verbundprojektes On-Demand-Mobilität für die Region Frankfurt/Rhein-Main. Es läuft bis 2024. Die Kosten beziffert Geschäftsführer Roland Schmidt mit 3,2 Millionen Euro. Etwa die Hälfte davon wird öffentlich gefördert. Die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft steuert 400 000 Euro als Eigenleistung bei. Die Stadt Hofheim zahlt pro Jahr 400 000 Euro für den On-Demand-Shuttle mit Elektrobussen.

Bereits ab Juni entfällt im Gegenzug das Anrufsammeltaxi in der Main-Taunus-Kreisstadt. Spätestens nach einem Jahr soll auch das Anschlusssammeltaxi in Hofheim eingestellt werden, sodass die Kommune im Gegenzug auch Geld einspart.

Knapp 80 000 Euro wird die Stadt Hofheim für ein zusätzliches Angebot ausgeben, bei dem einer der für den On-Demand-Shuttle genutzten Elektrobusse tagsüber im Stundentakt zwischen dem nicht barrierefrei ausgebauten Bahnhof in Lorsbach und dem Hofheimer Busbahnhof verkehrt. Das hat das Parlament am Mittwochabend beschlossen. Das Angebot ist speziell für mobilitätseingeschränkte Personen gedacht, die mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind.

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