Hofheim

Mit leichter Sprache Alltag meistern

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Der „Treffpunkt Leichte Sprache“ der Lebenshilfe in Hofheim feiert zehnjähriges Bestehen. Jüngestes Projekt sind einfache Texte über Körperhygiene und Sexualität für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung.

Das zehnjährige Bestehen ihres Treffpunktes Leichte Sprache in Hofheim wollte die Lebenshilfe Main-Taunus mit einem Fest in der Bücherei in der Kurhausstraße feiern. Wegen der Corona-Pandemie und den erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln musste die Feier jedoch abgesagt werden. Und auch das jüngste Projekt, die „sexualpädagogischen Arbeits- und Leseblätter in Leichter Sprache“ für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung, kann nicht live präsentiert werden. Interessierte können die Bögen stattdessen auf der Webseite der Lebenshilfe kostenlos herunterladen.

In der Eschborner Grundschule Süd-West werde bereits mit den Materialien gearbeitet, berichtete die Leiterin des Treffpunktes Leichte Sprache, Annette Flegel. Da einfache, verständliche Unterrichtsmaterialien zu grundlegenden Fragen der Körperhygiene und Sexualität bisher fehlten, hätten Lehrkräfte die Texte auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Behinderung“ angepasst. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Behindertenwerkstätten der Hattersheimer Schlockerstiftung prüften die Texte anschließend auf ihre Praxistauglichkeit. Finanzielle Unterstützung bekam die Lebenshilfe vom Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen und vom Förderverein der Grundschule Süd-West. „Die neuen Arbeitsblätter beseitigen ein Defizit im didaktischen Angebot“, ist Annette Flegel überzeugt. Vergleichbares gebe es bisher nicht.

Gegründet wurde der Treffpunkt Leichte Sprache vor zehn Jahren. Ziel ist es, Menschen mit geistiger Beeinträchtigung die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, indem für sie schwer verständliche Informationen in eine einfache Sprache übertragen werden.

Die Übersetzungen, die der Treffpunkt bereits in Auftrag gegeben hat, decken viele Bereiche ab: Es gibt Hausordnungen, Infoflyer und Wohnverträge, Broschüren über Naturschutz, Schwangerschaft und Textbausteine für Zeugnisse. Den Anfang machte 2011 das Programm für den Kirchentag in Dresden, erinnert sich Annette Flegel, die den Treffpunkt aufgebaut hat und bis heute leitet. Den Text prüften damals die Lebenshilfe-Mitglieder Maren Klie und Ruth Eckart.

Informationen zum Treffpunkt Leichte Sprache und Download der Texte unter: www.lebenshilfe-main-taunus.de.

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