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Ernst Heye ist seit 30 Jahren Drahtkünstler und hat schon mehr als 200 Kugelbahnen gebaut.
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Ernst Heye ist seit 30 Jahren Drahtkünstler und hat schon mehr als 200 Kugelbahnen gebaut.

Hofheim

Hofheim: Kugelbahn aus Kupferdraht in der Altstadt

Seit dem Wochenende kann man ein kinetisches Kunstwerk von Ernst Heye in einem Schaufenster in der Burgstraße bestaunen. 1000 Sunden hat der Künstler an der Kupferdrahtkugelbahn gearbeitet.

Mehr als 200 Kugelbahnen hat Ernst Heye schon aus Kupferdraht gebaut. Doch die, die der Dorstener Künstler am vergangenen Wochenende in einem Schaufenster in der Hofheimer Alstadt installiert hat, ist mit Abstand die größte. 1,30 mal 2,20 Meter misst das kinetische Objekt. 300 Meter Kupferdraht hat Heye dafür verbaut. Kupferne Heizungsrohre geben der Installation Halt. Sechs Motoren sorgen für den Antrieb.

Auf drei Wegen werden 31 Glasmurmeln zunächst durch ein ausgeklügeltes Aufzugssystem hochtransportiert, ehe sie sich ihren Weg durch ein filigranes Drahtlabyrinth aus Rädern, Rutschen, Spiralen, Weichen und Wippen wieder nach unten suchen.

Die Menschen, die sich am Samstagnachmittag vor dem Fenster in der Burgstraße 7 versammelt haben, sind fasziniert. „Murmelbahn der Entschleunigung“ nennt eine Frau Heyes Kunstwerk. „Da kann man ewig zuschauen und entdeckt immer wieder etwas Neues“, sagt sie.

Hausbesitzer Rainer Steinbrech spricht von „positiver Verrücktheit“, die ihn dazu bewogen habe, das kinetische Kunstwerk bei Ernst Heye in Auftrag zu geben. 2018 habe er den Drahtkünstler bei einer Ausstellung in Kloster Eberbach kennengelernt. „Ich war sofort fasziniert von seinen Arbeiten“, erinnert sich der Hattersheimer. Was die Kupferdraht-Kugelbahn gekostet hat, darüber wollen die beiden nicht sprechen. „Es war eine Investition“, sagt Rainer Steinbrech. „Ich würde mir wünschen, dass die Bahn zu einer Attraktion in der Hofheimer Altstadt wird.“ Ernst Heye verrät, dass er über 1000 Stunden an dem Objekt gebaut, den Kupferdraht mit all seinen filigranen Details von Hand gebogen und die einzelnen Elemente anschließend zusammengelötet hat.

Seine Leidenschaft für Draht-Kunst sei vor mehr als 30 Jahren aus purer Langeweile entstanden, erzählt der 59-Jährige. „Als ich während meines Bundeswehrdienstes mal wieder auf die Funkgeräte aufpassen musste, hatte ich nichts anderes zur Hand als Werkzeug und ein paar Rollen Draht. Ich baute meinen ersten Hubschrauber aus Kupferdraht und stellte fest, dass das ein wunderbarer Werkstoff ist.“

Seit 1997 fertigt Ernst Heye fast nur noch kinetische Objekte an. Pläne zeichnet er dazu keine. „Ich lege los und schaue, wie sich alles entwickelt.“ Kupferdrahtkugelbahnen von Ernst Heye gibt auch in Miniaturform mit Murmeln, die einen Durchmesser von nur vier Millimeter haben, einige sind in Objekte wie eine Laterne oder ein Einmachglas eingebaut, manche handbespielbar, andere motorbetrieben.

In Hofheim starten die Kugeln jeweils zur vollen Stunde ihren Weg durch das Drahtlabyrinth. 30 Minuten dauert es, bis alle wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen sind. Bei Dunkelheit ist das Schaufenster in der Burgstraße beleuchtet.

Treffen kann man Ernst Heye demnächst auf dem Kunstmarkt Fine Arts in Kloster Eberbach am 30. und 31. Oktober. Videos seiner Kugelbahnen gibt es im Internet zu sehen: www.draht-art-heye.de

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