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Hofheim: Initiative will Exerzitienhaus erhalten

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Von: Andrea Rost

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Im Hofheimer Exerzitienhaus ist auch das Refugium des Bistums Limburg untergebracht.
Im Hofheimer Exerzitienhaus ist auch das Refugium des Bistums Limburg untergebracht. © Michael Schick

Mit einem Geldgeber im Rücken hat die Initiative „Bürger fürs Exerzitienhaus“ ein Konzept ausgerarbeitet, um das franziskanische Zentrum für Stille und Begegnung in Hofheim zu erhalten. Es gibt sogar das Angebot, dass die Brüder dort bleiben können, ohne dass ihnen weitere Kosten entstehen.

Allzu viele Details dazu, wie das Exerzitienhaus in Hofheim, das als Refugium des Bistums Limburg überregional bekannt ist, künftig betrieben werden könnte, will Joachim Schrey im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau nicht nennen. „Der Franziskanerorden, dem das Gebäude am Fuße des Kapellenberges gehört, und der Projektentwickler sollen nicht aus der Zeitung erfahren, was wir vorhaben“, bittet der Hofheimer um Verständnis.

Das Ziel sei jedoch klar: Die Initiative, die sich in den letzten Wochen zusammengefunden hat, will das Exerzitienhaus einschließlich des Parks in seiner bisherigen Form als Ort der Stille und Begegnung, des Lehrens und Lernens erhalten. „Wir haben ein Konzept erarbeitet, wie das auch nach dem Rückzug des Ordens gelingen kann. Falls nötig bereits ab dem 1. Januar 2023“, sagt Schrey. Eine erfolgreiche Unternehmerpersönlichkeit aus dem Rhein-Main-Gebiet, die sich bereits in Frankfurt und Wiesbaden sozial engagiere, sei bereit, das nötige Geld zur Verfügung zu stellen, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, damit das Haus weiterhin Gäste empfangen kann. Die Summe von zwei Millionen Euro, die dafür bis Jahresende aufgewendet werden muss, hatte den Franziskanerorden dazu veranlasst, seinen Rückzug aus Hofheim bereits für 2022 anzukündigen. Ursprünglich wollten die Brüder das Exerzitienhaus erst 2025 verlassen.

Chronologie

Im Jahr 1926 gründeten und erbauten die Franziskaner der damaligen Fuldaer Ordensprovinz das Exerzitienhaus Sankt Josef am Fuße des Kapellenbergs in Hofheim .

Die Nationalsozialisten schlossen die Einrichtung 1939 gewaltsam. In der Folgezeit wurde das Gebäude als Lazarett und Lungenheilstätte genutzt.

Im Jahr 1955 kam das Haus wieder in die Hände der Franziskaner. Durch das Provinzkapitel erhielt es im Jahr 2004 einen besonderen Stellenwert als geistliches Zentrum im Rhein-Main- Gebiet. Mit Hilfe des Bistums wurde es modernisiert und umgebaut. aro

Ein Immobilienmakler führt seit Monaten Gespräche mit Kaufinteressenten und soll auch ein Konzept für die Nachnutzung der Immobilie entwickeln.

Das Konzept der Initiative „Bürger fürs Exerzitienhaus“ sehe vor, das bisherige Programm franziskanischer Exerzitien weiterzuführen und auch dem Bistum Limburg einen Verbleib des Refugiums in Hofheim anzubieten, berichtete Joachim Schrey. Zudem wolle die Gruppe neue Inhalte in das Seminarprogramm aufnehmen, um zusätzliche Zielgruppen anzusprechen. Weitere soziale Institutionen sollten in das Nutzungskonzept einbezogen werden. „Wir haben auch jemanden, der die Geschäftsführung übernehmen würde“, betonte Schrey.

Dem Orden und den Brüdern, die das wollten, werde man anbieten, vor Ort präsent zu bleiben und damit in der Gesellschaft „Flagge zu zeigen“, ohne die wirtschaftlichen Risiken der Immobilie weiter tragen zu müssen. „Es wäre sehr schade, wenn sich die Kirche gerade in der heutigen Zeit von diesem Ort der Stille und Besinnung zurückzöge“, findet Joachim Schrey.

Dem Hofheimer Bürgermeister Christian Vogt (CDU) seien die Pläne bereits vorgestellt worden. „Er war begeistert, hält das Konzept für eine absolute Bereicherung für die Stadt“, berichtet Schrey. Für die Woche nach den Osterferien sei ein Termin bei Landrat Michael Cyriax (CDU) fixiert. Zeitnah sollen Gespräche mit den Franziskanern, dem Bistum und dem Projektentwickler folgen. Am 30. April will die Initiative ihr Vorhaben bei der Mitgliederversammlung des Freundeskreises des Exerzitienhauses präsentieren. 200 Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet engagieren sich in dem Verein.

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