Hofheim

Hoffen auf barrierefreien Bahnhof

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Mehr als 1000 Fahrgäste frequentieren pro Tag den Lorsbacher Bahnhof. Das könnte den barrarierefreien Umbau des S-Bahn-Halts endlich voranbringen, hofft Bürgermeister Christian Vogt.

Die beiden Treppen, die zu den Bahnsteigen am Lorsbacher Bahnhof führen, sind steil. Senioren, Eltern mit Kinderwagen, Fahrradfahrer oder Passagiere mit umfangreichem Gepäck können sie nur mit Mühe bewältigen. Wer auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, hat keine Chance, zu den Gleisen zu gelangen. Es gibt weder eine Schieberampe noch einen Aufzug.

Deshalb wird bereits seit fast zehn Jahren über einen barrierefreien Umbau des S-Bahn-Halts in dem Hofheimer Stadtteil debattiert. Bislang ohne Erfolg. Pläne, den Ausbau mit Unterstützung des Landes Hessen finanziell zu stemmen, stoppte das Parlament 2014, weil das Geld im Haushalt dafür bei weitem nicht ausreichte. Auch preiswertere Varianten, den Zugang zu den Bahnsteigen für Passagiere zu erleichtern, kamen aus Sicherheits- und Platzgründen nicht zum Zug.

Dennoch gibt es im Hofheimer Rathaus jetzt erneut Hoffnung, dass der barrierefreie Ausbau des Lorsbacher Bahnhofs doch noch klappen könnte. Denn die Deutsche Bahn hat in einem Schreiben an den Magistrat aktuelle Fahrgastzahlen für Lorsbach bekanntgegeben.

Mehr als 1000 Reisende pro Tag

Demnach nutzen mittlerweile mehr als 1000 Reisende pro Tag den Haltepunkt. Damit sei der Bahnhof nicht länger von der sogenannten 1000-Reisenden-Regel der EU betroffen, teilte Hofheims Bürgermeister Christian Vogt (CDU) mit.

Die entsprechende Verordnung besagt, dass auf eine barrierefreie Umrüstung einer Bahnstation ausnahmsweise verzichtet werden kann, wenn dort weniger als 1000 Reisende täglich gezählt werden. Für Lorsbach ist das nun nicht mehr der Fall.

Die Stadt Hofheim wolle sich beim Land und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) dafür einsetzen, dem Lorsbacher Bahnhof für den barrierefreien Umbau eine hohe Priorität in der Rahmenvereinbarung zu den Verkehrsstationen in Hessen zuzuweisen, kündigte Vogt an. Die Vereinbarung soll den Angaben zufolge zwischen Land, RMV und der Deutschen Bahn geschlossen werden.

Für den Hofheimer Verwaltungschef ist dieser Weg die letzte verbleibende Option für einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs. Denn die DB-Netz AG und das Eisenbahnbundesamt sehen nach abermaliger Prüfung keine Möglichkeit, einen sogenannten Reisendenübergang zu realisieren. Dabei handelt es sich um einen Übergang auf Höhe der Gleise, der den Bahnfahrenden das Treppensteigen ersparen würde.

„Damit sind wir voraussichtlich wieder bei dem Entwurf, den die Stadt Hofheim ursprünglich ins Gespräch gebracht hat“, sagt Bürgermeister Vogt. 4,4 Millionen Euro waren 2012 für das Projekt veranschlagt.

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