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Die langjährige Leiterin des Hofheimer Bürgerbüros Petra Hückel (links) mit ihrer Nachfolgerin Stephania Karalia.
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Die langjährige Leiterin des Hofheimer Bürgerbüros Petra Hückel (links) mit ihrer Nachfolgerin Stephania Karalia.

Hofheim

Hofheim: Hessens erstes Bürgerbüro ist über 25 Jahre alt

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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1995 wurde in Hofheim Hessens erstes Bürgerbüro eröffnet. Die Servicestelle im Rathaus ist bis heute Vorbild für andere Kommunen.

Lange Schlangen vor Melde- und Passamt, Anstellen auch vor den Büros des Ausländeramtes – für Bürgermeister Rolf Felix war das ein Unding. „Der Kunde muss König sein im Hofheimer Rathaus“, befand der Christdemokrat Mitte der 1990er Jahre und ließ ein Konzept ausarbeiten für eine Servicestelle, in der Verwaltungsvorgänge gebündelt und an die Fachämter weiterverteilt werden sollten. „Hofheim war die erste Kommune in Hessen, die ein Bürgerbüro eingerichtet hat“, sagt Petra Hückel. „Wir hatten keine Vorbilder, an denen wir uns orientieren konnten.“

In einem aufwendigen Verfahren wurden die Beschäftigten ausgewählt, die künftig im Büro im Erdgeschoss des Rathauses mit den gläsernen Türen, die sich automatisch öffneten, arbeiten sollten. Die Jobs bekamen ausschließlich Frauen, weil sie offener und kommunikativer waren als die männlichen Bewerber. Am 5. März 1995 wurde das Hofheimer Bürgerbüro eröffnet, ein Jahr später wurde Petra Hückel zu dessen Leiterin ernannt. Jetzt ist die 62-Jährige in den Ruhestand gegangen.

100 Aufgaben habe das Bürgerbüro von Anfang an übernommen, erzählt Hückel: von Melde- und Passangelegenheiten über das Ausstellen von Führungszeugnissen, Beglaubigungen und Parkausweisen bis zur An- und Abmeldung von Hunden, die Ausgabe von Fundsachen und den Verkauf von Einkaufsgutscheinen und Theatertickets. Auch heute noch ist es von Montag bis Freitag teilweise bis in die Abendstunden geöffnet sowie am Samstagvormittag. Wegen der Corona-Pandemie müssen zurzeit Termine online vereinbart werden.

Sogar mitten in der Nacht sei das Hofheimer Bürgerbüro schon angerufen und um Hilfe gebeten worden, erzählt Petra Hückel. Dann nämlich wenn Reisende am Frankfurter Flughafen feststellten, dass ihr Pass abgelaufen war. „Wir haben dann in Absprache mit den jeweiligen Heimatkommunen einen Notpass ausgestellt“, sagt Hückel. Selbst Olympiateilnehmern und Fußballern habe man auf diese Weise kurzfristig den Flug ins Ausland ermöglicht.

Stephania Karalia ist die Nachfolgerin von Petra Hückel. Die 32 Jahre alte Juristin war bei der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt, ehe sie ins Hofheimer Rathaus wechselte. Dass das Bürgerbüro an Bedeutung verlieren könnte, weil Verwaltungsvorgänge digitalisiert werden, glauben weder sie noch Fachbereichsleiter Marc Schlüter. Die eine oder andere Vereinfachung werde es aber für Bürgerinnen und Bürger geben, kündigten sie im Gespräch mit der FR an. Selbstbedienungsterminals für die Beantragung von Ausweisen oder Abholterminals für Pässe und Personalausweise, die rund um die Uhr genutzt werden können, will Stephania Karalia bald einführen.

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