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Hofheim: Handwerksbetriebe fürchten um Existenz

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Von: Andrea Rost

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Die einjährige Straßensperrung bei Lorsbach beschäftigt jetzt auch die Handwerkskammer.
Die einjährige Straßensperrung bei Lorsbach beschäftigt jetzt auch die Handwerkskammer. © Renate Hoyer

Die Landesstraße 3011 soll ein Jahr lang komplett gesperrt werden. Das könnte existenzbedrohend für Unternehmen werden, fürchtet Handwerkskammerpräsidentin Susanne Haus und fordert, Lieferverkehr zwischen Hofheim und Eppstein zuzulassen.

Monatelang haben die Stadt Hofheim und Hessen Mobil um einen Kompromiss gerungen. Nun scheint eine Vollsperrung der Landesstraße 3011 an der sogenannten Klärwerkskurve bei Lorsbach unausweichlich. Eine Stützwand muss an dieser Stelle erneuert werden. Eine Ausweichroute kann nicht eingerichtet werden, weil ein Pferdehofbesitzer dafür nötige Flächen nicht zur Verfügung stellt. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2023 beginnen, die Sperrung werde voraussichtlich ein Jahr dauern, teilte Hessen Mobil mit. Eine Umleitung soll über Fischbach und Kelkheim eingerichtet werden. Sie ist um zwölf Kilometer länger als die direkte Route über die L3011.

Die Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Susanne Haus, hält dies für nicht hinnehmbar. Die L3011 sei für das regional tätige Handwerk eine wichtige Verbindungsstrecke zwischen Eppstein und Hofheim. Eine Vollsperrung würde die Betriebe in mehrfacher Hinsicht treffen: Auf Baustellen tätige Handwerksbetriebe müssten erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Gleiches gelte für Kunden der Lorsbacher Betriebe. Betroffen seien auch Beschäftigte, die auf ihren Arbeitswegen diese Strecke passierten.

Besondere Schwierigkeiten sieht Susanne Haus für Materiallieferungen. Große Sattelzüge könnten die Betriebe in Lorsbach auf einem anderen Weg als über die Landesstraße 3011 kaum erreichen. Dachdecker- und Schreinerbetriebe erhielten regelmäßig große Holzlieferungen und seien darauf angewiesen. Nach der Corona-Pandemie kämen auf diese Unternehmen durch eine Vollsperrung zusätzliche Kosten in Form von erhöhtem Zeit- und Transportaufwand zu. Umsatzeinbußen seien zudem zu befürchten, weil Kunden sich umorientierten oder Material nicht geliefert werden könne.

„Wir sind der Auffassung, dass alternative Lösungen gefunden werden müssen, die eine Befahrbarkeit der Strecke über die L3011 und eine Erreichbarkeit der Betriebe weiterhin ermöglichen“, teilte die Handwerkskammerpräsidentin mit. Die Anlieferung mit dem Lastwagen müsse auch während der Bauarbeiten möglich sein – „zur Not an zwei festen Tagen in der Woche“.

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