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Studenten der Goethe-Universität graben in Marxheim.

Hofheim

Grabungen in Marxheim

  • Kerstin Klamroth
    vonKerstin Klamroth
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Hier soll einmal ein Neubaugebiet entstehen. Doch zunächst kümmern sich Wissenschaftler um die Vergangenheit. Archäologen untersuchen Spuren eines römischen Lagers in Hofheim.

Platz für 3000 Wohnungen soll einmal das Baugebiet Marxheim II liefern, das sich vom südöstlichen Stadtrand Hofheims in Richtung Autobahn 66 erstreckt und rund 28 Hektar groß ist. Doch bevor das Gebiet erschlossen wird, ergründen Archäologen die Fläche. Denn hier hat einst ein römisches Lager gestanden, dessen Überreste jetzt erforscht werden sollen.

Wie Professor Markus Scholz von der Goethe-Universität mitteilt, hat man die Umrisse des einstigen Marschlagers geophysikalisch bereits 2017/18 ermittelt, doch gehe aus den Scans nicht hervor, wie gut oder schlecht die Funde erhalten sind und wie die Erdstrukturen beschaffen sind. Die Forscher wollen wissen, wie die Wehrgräben verfüllt worden sind und ob das Lager zerstört wurde.

Dazu werden die Torbereiche im Norden und Süden untersucht. Zudem hoffen die Archäologen, dass sie auf das eine oder andere Fundstück stoßen werden. Anhand der Funde könnten sie herausfinden, wann das Lager errichtet wurde. Bisher kann es nur grob ins 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus datiert werden. Die Lagerfläche von rund 5,5 Hektar bot – wie die Universität mitteilt – unter Zeltlagerbedingungen Platz für 1000 bis 1500 Legionäre . Welche Funktion das Lager hatte und wie lange es bestanden hatte ist noch unklar. Vom Ergebnis der Grabungen erhoffen sich die Archäologen, dass sie besser vorhersagen, ob noch weitere Untersuchungen in dem Gebiet erfolgen müssen. Die Römerzeit ist bisher die einzige Epoche, die in den geophysikalischen Scanbildern erkannt werden konnte, es könnten sich auf dem Areal aber auch ältere und jüngere Spuren anderer Epochen befinden.

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