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Astrid Bardenheier (links) und Irmi Rieker arbeiten gerne mit älteren Menschen.
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Astrid Bardenheier (links) und Irmi Rieker arbeiten gerne mit älteren Menschen.

Hofheim

Hofheim: Evangelische Kirche gibt neue Impulse für die Generation 55plus

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Vor drei Jahren haben zwei Pädagoginnen das Pilotprojekt „Boomerang 55 – Wir kommen zurück“ gestartet. Jetzt berichten sie über ihre Erfahrungen mit den Über-55-Jährigen.

Im Herbst 2018 sind Astrid Bardenheier und Irmi Rieker angetreten, um im Zuge eines von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau finanzierten Pilotprojekts im Dekanat Kronberg Angebote für Menschen ab 55 Jahren zu entwickeln. Den Lebensnerv der „Babyboomer-Generation“, der sie selbst angehören, wollten die beiden Gemeindepädagoginnen treffen und keinesfalls ein Seniorencafé oder Strick- und Häkelkreise für die ehemaligen 68-er einrichten.

Nach knapp drei Jahren ziehen sie jetzt Bilanz: Astrid Bardenheier arbeitet in der evangelischen Limesgemeinde in Schwalbach und hat dort einen 80 Prozent-Stellenanteil für das Pilotprojekt übernommen. Irmi Rieker ist Koordinationsleiterin des Evangelischen Kinder- und Familienhauses Langenhain und widmet sich dem Projekt mit einem 30-Prozent-Anteil in dem Hofheimer Stadtteil. Unter dem Motto „Boomerang 55 – Wir kommen zurück“ haben sie jeweils ganz unterschiedliche Angebote für die über 55-Jährigen gemacht.

Während der Corona-Pandemie sei sie quasi zur Digitalisierungsfachfrau geworden, erzählt Astrid Bardenheier. Die Erfahrungen, die die Diplomreligionspädagogin und Psychotherapeutin gemacht hat, sind durchwegs positiv: „Es ist erstaunlich, was auf diese Weise an Beziehungsarbeit möglich war. Ich habe zum Beispiel Zoom-Werkstätten und Onlinemeditation angeboten – also die typische kirchliche Sozialarbeit“, berichtet Bardenheier. Durch die Niedrigschwelligkeit konnten Beziehungen geknüpft werden, die zu tiefgründigen Gesprächen geführt hätten. „Durch die Digitalisierung ist die regionale Begrenzung weggefallen. Es kamen auch Leute aus anderen Orten dazu.“

Im ländlichen Langenhain mit gehobenem Bildungsbürgertum hat Irmi Rieker den Wunsch der über 55-Jährigen nach einem Kulturangebot aufgenommen. Pilgern, Kirchenbesichtigungen und Konzerte standen auf dem Programm. Den Advent über waren Laternen im ganzen Ort verteilt, die mit einem Eintrag ins dazugehörige Logbuch versehen und weitergetragen werden sollten. „Es war eine ganz einfache Möglichkeit, in Beziehung zu treten“, sagt die Sozialpädagogin. Digital habe sie nicht gearbeitet, sondern auf andere Weise neue Formate für ihre Zielgruppe entwickelt. „Das funktioniert in Langenhain gut, weil hier viele Ehrenamtliche sind, die sich engagieren möchten.“

Ihre Klientel haben die beiden Gemeindepädagoginnen sehr unterschiedlich wahrgenommen: Eine gemischte Gruppe aus Singles hatte Astrid Bardenheier in Schwalbach, viele Paare kamen in Langenhain zu den Angeboten, die Irmi Rieker konzipierte. Außerdem wurde dort eine eigene Männergruppe gegründet.

Im kommenden Jahr soll sich das Pilotprojekt für die Generation 55 plus mit dem Thema Bewahrung der Schöpfung beschäftigen. „Wir wollen darauf schauen, wo und wie nachhaltiges Leben bei uns möglich ist und wie jeder Einzelne im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beitragen kann“, sagt Irmi Rieker. In Schwalbach werde es dazu wieder ein breites digitales Unterstützungsangebot geben, kündigt Astrid Bardenheier an.

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