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Hofheim: E-Carsharing für die Nachbarschaft

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Von: Andrea Rost

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Solarinvest-Vorstandsmitglied Wolfgang Hoffmann beim Tanken des Elektroautos.
Solarinvest-Vorstandsmitglied Wolfgang Hoffmann beim Tanken des Elektroautos. © Renate Hoyer

Die Energiegenossenschaft Solarinvest hat ihr erstes „Nahcar“ am Hofheimer Kapellenberg geparkt. Weitere Standorte für Elektrofahrzeuge, die gemeinschaftlich genutzt werden können, sollen folgen.

Die Ladesäule steht, das weiße Elektroauto ist davor geparkt. Seit gestern, Dienstag, kann man sich in der Straße am Klingenborn in Hofheim einen Renault Zoe ausleihen. Voraussetzung für die Teilnahme am E-Carsharing ist ein Beitrag von zehn Euro im Monat und die Bereitschaft, den Kleinwagen über mindestens ein Jahr regelmäßig zu nutzen. Mitglied in der Genossenschaft Solarinvest, die das Projekt gestartet hat, müsse man dafür nicht sein, sagte Vorstandsmitglied Wolfgang Hoffmann bei einem Pressegespräch. „Wir wollen, dass alle, die das möchten, unser Auto nutzen können.“

Die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) stellt den Parkplatz für das Elektroauto am Kapellenberg kostenlos zur Verfügung. Der Strom, mit dem der Kleinwagen aufgeladen wird, kommt vom Dach des Gebäudekomplexes, den die HWB dort vor eineinhalb Jahren unter dem Titel „Wir am Klingenborn“ fertiggestellt hat. Das Wohnprojekt verbindet seniorengerechte Wohnungen, Mietwohnungen für Singles, Paare und Familien sowie eine Demenz-WG. Die Photovoltaikanlage der Solarinvest liefert den Strom für 41 Wohnungen, eine Wärmepumpe und jetzt auch für die Ladesäule des Nachbarschaftsautos.

Solarinvest

Die Genossenschaft Solarinvest Main-Taunus hat 300 Mitglieder. Mit dabei sind Kommunen und der Landkreis.

620 000 Kilowattstunden Strom werden pro Jahr erzeugt und vermarktet.

19 Photovoltaikprojekte wurden auf den Weg gebracht.

https://solarinvest-main-taunus.de

Das Konzept eines Gemeinschaftswagens passe perfekt zu dem innovativen Wohnkonzept, findet HWB-Geschäftsführer Norman Diehl. Für Bürgermeister Christian Vogt (CDU) ist E-Carsharing „einer der Bausteine der Verkehrswende, für die wir hier in Hofheim zukunftsorientierte Lösungen schaffen. Neben den Elektrofahrzeugen des Main-Taunus-Kreises, die abends und an Wochenenden auch von Privatleuten gemietet werden können, sei das „Nahcar“ der Solarinvest das bislang einzige Projekt dieser Art in der Main-Taunus-Kreisstadt.

Bislang hätten sich zehn Interessenten verbindlich für das Carsharing am Kapellenberg angemeldet, berichtete Wolfgang Hoffmann. Einer von ihnen ist Stefan Tomik, der in dem HWB-Gebäude wohnt und sich darum kümmern wird, dass das Elektroauto stets sauber und gut gewartet ist. Er kann das Fahrzeug dafür günstiger nutzen. „Als Genossenschaft brauchen wir Menschen, die unser Projekt auf diese Weise unterstützen, eine bezahlte Kraft können wir uns nicht leisten“, erläuterte Hoffmann.

Demnächst solle es auch in den Kelkheimer Stadtteilen Fischbach und Münster Nachbarschaftsautos der Solarinvest geben, ein weiterer E-Carsharingstandort sei in Kriftel geplant. Wo immer sich Menschen zusammenfänden, die bereit seien, über eine feste Mietzusage ein Fahrzeug zu finanzieren, werde die Solarinvest einsteigen, kündigte Hoffmann an. „Je nach Auslastung brauchen wir zehn bis 20 Interessenten, dann können wir loslegen.“

Die Kosten für die Nutzer:innen sind verglichen mit anderen Carsharinganbietern günstig. Neben den zehn Euro Fixkosten pro Monat berechnet die Genossenschaft 3,50 Euro Mietkosten pro Stunde und 15 Cent pro gefahrenem Kilometer. Gebucht werden kann das Elektroauto über eine leicht zu bedienende App auf dem Mobiltelefon. Das Handy dient auch als virtueller Schlüssel für das Fahrzeug.

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