Hofheim

Hofheim behutsam beleuchten

Die Stadt will Beleuchtung markanter Gebäude prüfen.

Die Stadt Hofheim will sich verstärkt um die Beleuchtung markanter Gebäude kümmern: Stadtrat Bernhard Köppler (SPD), der auch Baudezernent ist, sprach während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung von dem Ziel einer „behutsamen Illuminierung“. Die Stadtverordneten beauftragten den Magistrat zunächst festzustellen, was ein Experte kostet, der die Handlungsmöglichkeiten der Stadt ermittelt.

Den Grünen, die das Thema mit einem Antrag auf die Tagesordnung gebracht hatten, schwebt ein höheres Tempo vor. „Zehn Jahre Diskussion ohne Ergebnis sind wenig hilfreich“, sagte die Grünen-Stadtverordnete Marianne Knöss. Alle Beleuchtungsanlagen sollten von einem Fachmann daraufhin geprüft werden, ob sie notwendig und umweltverträglich seien, heißt es im ersten Teil des Antrags. Wird ein Experte beauftragt, soll der Empfehlungen für die Bürger, die Gewerbetreibenden, die Vereine und Andere ausarbeiten, wie sie an der Verdunkelung mitarbeiten können. Und drittens wünschen sich die Grünen eine Satzung, mit der die Stadt verhindern kann, dass durch Werbung neue Lichtpunkte entstehen.

„Im Rhein-Main-Gebiet geht uns der Abendhimmel verloren, der Flughafen und die Hoechst AG leuchten immer“, sagte der CDU-Stadtverordnete Michael Henninger. „Das ist ein Punkt, den man irgendwie angehen muss.“ Es dürfe aber auch nicht sein, dass nachts nur noch die Tankstelle leuchte.

Den Grünen geht es indes nicht nur um die Optik. Nächtliche Beleuchtung wirke negativ auf Menschen, Tiere und Pflanzen aus. Selbst angeblich insektenfreundliches Licht störe den Biorhythmus, lasse Insekten verschwinden und damit wiederum Vögel, denen die Nahrung fehle. Viel zu lange habe man den Artenschwund ignoriert, sagte Knöss.

Die Umstellung auf die LED-Technik habe dem Artenschutz eher geschadet als genutzt. Zwar werde weniger Energie verbraucht. Aber damit sänken auch die Stromkosten, und die Versuchung steige, mehr Licht zu installieren. Die Verbreitung von LED habe im Außenbereich zu einer Behinderung der lebensnotwendigen Dunkelphasen geführt.

Baudezernent Köppler sagte, es müsse damit Schluss sein, dass bei der Beleuchtung von Sehenswürdigkeiten 90 Prozent des Lichtes sinnlos in den Himmel geschickt würden. „Objektscharf“ möchte Köppler vorgehen – er will, mit anderen Worten, dass sich die Stadt jedes Gebäude einzeln anschaut. Zudem will Hofheim auf Erfahrungen anderer Städte zurückgreifen.

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