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Beamte vom Zoll bei einer Kontrolle (Archivbild). Foto: Peter Jülich
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Beamte vom Zoll bei einer Kontrolle (Archivbild).

Kriminalität

Hessen: Großrazzia gegen Schwarzarbeit

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, der Zoll und Finanzbehörden ermitteln gegen ein Netzwerk von Baufirmen im Main-Taunus-Kreis. Bei einer Razzia werden zwei Hauptverdächtige festgenommen.

Zoll und Steuerfahndung in Hessen sind am Mittwoch mit einer Großrazzia gegen mutmaßliche Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, wurden bei der Aktion mit dem internen Decknamen „Genius“ 45 Wohnungen, Büros und Arbeiterunterkünfte in insgesamt sechs Bundesländern durchsucht. Fast 400 Beamt:innen der Frankfurter Staatsanwaltschaft, des Hauptzollamts Gießen und des Finanzamtes Wetzlar waren dabei gleichzeitig im Einsatz.

Ermittelt wird wegen falsch abgerechneter Sozialversicherungsbeiträge und wegen des Verdachts auf Betrug und Steuerhinterziehung. Insgesamt richten die Ermittlungen sich gegen 32 Beschuldigte. In Limburg wurden bei den Durchsuchungen zwei 52 und 58 Jahre alte Männer festgenommen, sie wurden noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt.

Scheinfirmen und Bargeld

Im Zentrum der Ermittlungen stehen den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge die Verantwortlichen von drei Baufirmen aus dem Main-Taunus-Kreis, die als Drahtzieher eines kriminellen Netzwerks von Bau- und Scheinfirmen agiert haben sollen. Dieses Netzwerk soll über Jahre hinweg Bauaufträge in Millionenhöhe ausgeführt, dabei aber nur einen Teil der geleisteten Arbeitsstunden den Sozialkassen gemeldet haben. Die darüber hinaus geleistete Arbeit soll den Arbeitern, die vor allem vom Balkan kamen, bar bezahlt worden sein.

Zur Verschleierung dieses Systems von Schwarzarbeit soll eine ganze Reihe von Scheinfirmen und vermeintlichen Subunternehmen gedient haben, die zwar Rechnungen ausgestellt, aber dafür keine Leistungen erbracht haben sollen. Nach Begleichung dieser Scheinrechnungen soll das Geld dann in bar an die Auftraggeber zurückgeflossen sein, die so die Mittel hatten, um die Schwarzarbeit zu bezahlen.

Insgesamt sollen den Sozialkassen und Finanzbehörden durch die Aktivitäten dieses kriminellen Netzwerks Schäden in Millionenhöhe entstanden sein. „Wir gehen derzeit von einem Schaden von mehr als sechs Millionen Euro aus“, sagte Michael Bender, Sprecher des Hauptzollamtes Gießen.

Im Rahmen der Durchsuchungen wurde auch umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, darunter Computer und Mobiltelefone, die jetzt von Spezialist:innen ausgewertet werden sollen. Darüber hinaus wurden von den Ermittler:innen Vermögenswerte in Höhe von 2,3 Millionen Euro sichergestellt.

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