Hofheim

Hausmann wird abberufen

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Weil der Linken-Politiker dem Geschäftsführer misstraute, hat ihn die Stadt als Aufsichtsrat der HWB abgesetzt.

Der Magistrat der Stadt hat den Linken-Stadtrat Bernd Hausmann als Mitglied des Aufsichtsrats der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) abberufen. Das teilt Stadtsprecher Jonathan Vorrath mit.

Grund für die Abberufung ist nach Angaben der Stadt „die eigenständige Kontaktaufnahme von Hausmann mit einem Geschäftspartner der Gesellschaft, um sich Informationen zu beschaffen und die Geschäftspolitik der HWB zu hinterfragen.“ Dies sei ein Eingreifen in die Kompetenzen der Geschäftsführung.

Linken-Fraktionsvorsitzender Hausmann, der als Querdenker unter den Stadträten bekannt ist, wollte verhindern, dass die HWB ihre alten Wohnungsbestände verkauft, scheiterte damit aber in der Stadtverordnetenversammlung. Die HWB, so Hausmann, habe ihr Handeln damit begründet, dass sie Eigenkapital für den Neubau von Sozialwohnungen benötige und für zinsgünstige Kredite liquide sein müsse.

Der streitbare Linken-Politiker fragte bei der hessischen Förderbank WI-Bank lieber nochmal nach und erhielt die Antwort, dass für die soziale Wohnraumförderung eine Eigenleistung von 15 Prozent der Kosten erbracht werden müsse. Wie diese Summe generiert wird, sei den Unternehmen überlassen.

Hausmann wertete dies als Beleg dafür, dass die HWB keinesfalls Häuser verkaufen müsse, um an Kredite zu kommen. Die HWB sieht sein Handeln allerdings als Eingreifen in die Geschäftsführung.

Hausmann, der betont, in seiner Rolle als Stadtverordneter und nicht als Aufsichtsratsmitglied nachgefragt zu haben, behält sich juristische Schritte vor. Der Linke war seit September 2016 Mitglied des HWB-Aufsichtsrats, dem außer ihm noch Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD), Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU), Martin Hannappel, Michael Henninger, Andreas Kärcher, Bernhard Köppler, Alexander Kurz, Andreas Nickel, Madlen Overdick, Joachim Straßburger, Alexander Tulatz und Christian Vogt angehören. Ein Nachfolger für Hausmann steht noch nicht fest.

Die Fraktion der Linken wird nach seinen Angaben frühestens im Juni einen Kandidaten benennen. Dieser muss dann von der Gesellschafterversammlung gewählt werden.

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