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Die Hattersheimer Stadthalle ist zurzeit komplett eingehaust. Fassade und Dach werden energetisch saniert.

Hofheim

Großbaustelle für neue Hofheimer Stadtbücherei trotz Corona im Zeitplan

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Noch gibt es keine Verzögerungen beim Bau des Neubaukomplexes an der Hofheimer Altstadt. Doch Mindestabstand und Hygieneregeln müssen von den Arbeitern eingehalten werden.

Weite Teile des öffentlichen Lebens stehen wegen der Coronavirus-Pandemie still, auf Baustellen darf in Deutschland aber noch gearbeitet werden. So ist das auch in der Main-Taunus-Kreisstadt Hofheim, wo am Rande der Altstadt derzeit der Komplex rund um die neue Stadtbücherei mitsamt Filiale der Taunussparkasse, Läden und Wohnungen errichtet wird.

„Bislang läuft alles nach Plan“, berichtet Josef Mayr, der Geschäftsführer der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB). Die städtische Gesellschaft ist Bauherr des Zwölf-Millionen-Euro-Projekts. Die 15 zumeist ausländischen Mitarbeiter des beauftragten Bauunternehmens gingen wie gewohnt ihrer Arbeit nach. Wegen der größtenteils geschlossenen Grenzen zu ihren Heimatländern könnten sie ohnehin nicht ausreisen. Aktuell werde die Bodenplatte in der großen Baugrube betoniert. Danach folgten die Bewehrungsarbeiten für die Wände von Keller und Tiefgarage.

Der Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen den Arbeitern könne dabei eingehalten werden, berichtete Josef Mayr im Gespräch mit der FR. „Wir haben das beim letzten Baustellengespräch alles geklärt.“ Gemäß den neuerdings geltenden Vorschriften sei für die Arbeiter außerdem ein zweiter Baucontainer aufgestellt worden, in dem sie ihre Pausen verbringen könnten, ohne einander zu nahe zu kommen. Außerdem sei auf der Baustelle fließendes Wasser zum Händewaschen vorhanden.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hatte in der vergangenen Woche an alle Arbeitgeber appelliert, auch auf den Baustellen die Hygieneregeln strikt zu befolgen. Wo der Mindestabstand zwischen den Arbeitern nicht eingehalten werden könne, sollten Masken und Schutzhandschuhe bereitgestellt werden.

„Auf unserer Baustelle ist das der Fall“, betont Mayr. Zu Verzögerungen beim Baufortschritt sei es wegen der Corona-Krise noch nicht gekommen. „Einzig bei der Stahllieferung hat es mal kurz geruckelt, und den Betonlieferanten mussten wir wechseln.“

Ob das auch in den nächsten Wochen so bleibt, dazu mag Mayr keine Prognose abgeben. „Ich hoffe es, aber letztendlich müssen wir momentan alle auf Sicht fahren.“ Wenn Lieferketten unterbrochen würden, könnte es eng werden.

Ohne Probleme wird auch auf der Großbaustelle an der Hattersheimer Stadthalle gearbeitet. Das mehr als 40 Jahre alte denkmalgeschützte Gebäude am Karl-Eckel-Weg ist zurzeit komplett eingehaust, damit die Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade wetterunabhängig laufen können. „Wir haben mehrere Gewerke, die parallel arbeiten“, sagte Hattersheims Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) der FR. Die Baustelle sei jedoch sehr groß. „Da kommen sich die Arbeiter nicht ins Gehege.“

Bis Ende des Jahres soll die Stadthalle für mehrere Millionen Euro aufwendig saniert werden und dann im Charme der 1970er Jahre neu erstrahlen. Auch kleinere Kongresse und Messen will der Bürgermeister künftig in die Stadt am Main holen. „Aktuell gehe ich davon aus, dass der Zeitplan bei den Bauarbeiten eingehalten werden kann“, sagt Klaus Schindling.

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