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Lederwarenhändler Bernd Wischert kümmert sich um den Internet-Service „Hofheim liefert“.

Hofheim/Eschborn

Gewerbeverein startet Lieferdienst

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Bürger in Hofheim und Eschborn können Internetplattformen für den lokalen Einzelhandel und Gastronomiebetriebe nutzen.

Die neue Website www.hofheim-liefert.de, die der Gewerbeverein der Main-Taunus-Kreisstadt innerhalb von Stunden auf die Beine gestellt hat, ist mit heißer Nadel gestrickt. Doch das Echo unter den lokalen Einzelhändlern und Gastronomiebetrieben ist groß. Drei Dutzend haben sich mittlerweile angemeldet – vom Alten Rathauscafé, über die Bücherstube Tolksdorf und den Blumenladen Reineke-Hofmann bis zu „ALFs Sportladen“ spannt sich der Bogen. Alle Betriebe scheinen mit ihrem Namen, einem kleinen Bild und den Kontaktdaten auf der gemeinsamen Seite im Internet auf. Jeder gibt an, zu welchen Zeit er erreichbar ist, was er Kunden, die bestellen und sich die Waren liefern lassen möchten, anbieten kann. Auch Bestellungen und Reservierungen per E-Mail und Whatsapp sind möglich.

„Für uns ist das eine Möglichkeit, den Händlern, Gastronomen und Dienstleistern angesichts der wegen der Corona-Krise behördlich verordneten Ladenschließungen unter die Arme zu greifen, ihnen einen Service zu bieten, damit sie die nächste Zeit besser überstehen“, sagte die Vorsitzende des Hofheimer Gewerbevereins Industrie, Handel Handwerk (IHH), Eva Rembser, der FR.

Neue Internetplattform

Die Fäden für den neuen Service, bei dem auch all jene Hofheimer Geschäftsleute mitmachen können, die nicht Mitglied im Gewerbeverein sind, laufen im Lederwarengeschäft von Bernd Wischert in der Hauptstraße zusammen. Er hat die neue Internetplattform am vergangenen Wochenende hochgezogen und pflegt laufend die Daten all jener Ladenbesitzer ein, die mitmachen wollen. Für viele sei das erst mal die einzige Möglichkeit, mit ihren Kunden weiterhin in Kontakt zu sein, sagt Bernd Wischert. Kaum jemand habe einen eigenen Online-Shop und auf der für Händler kostenpflichtigen Verkaufsplattform hofheim.24.de, die es schon längere Zeit gibt, sind bislang nur rund 20 Geschäfte gelistet. Im Bio-Supermarkt der Familie Buch auf dem Platz am Untertor wurde kurzfristig eine zentrale Abholstation eingerichtet. In einem Regal liegen dort bei Bedarf die Waren mitsamt Rechnung bereit. Das Geld können die Kunden den Händler überweisen.

Der Wirtschaftsförderer der Stadt Hofheim, Thorsten Kolar, begrüßt die Idee. Durch die menschenleeren Einkaufsstraßen der Kreisstadt zu gehen, sei deprimierend, sagte er der FR. „Da ist es schön, zu sehen, dass der Gewerbeverein kurzfristig so einen tollen Service auf die Beine gestellt hat.“ Ob die Stadt den Lieferservice in absehbarer Zeit finanziell unterstützt, könne er nicht sagen. „Dazu bedarf es eines Parlamentsbeschlusses.“

Service auch in Eschborn

In Eschborn hat die städtische Wirtschaftsförderung die Gewerbetreibenden beider Stadtteile bereits in der vergangenen Woche dazu aufgerufen, Angebote zu Lieferungen, Online-Shops sowie Abholmöglichkeiten online zu stellen. Unter www.bleib-in-eschborn.de können sich Bürger über die aktuellen Serviceangebote informieren.

Hinter dieser Maßnahme steht eine Kooperation aus der Initiative der Gewerbetreibenden „Eschborn & Niehö kaufen ein“, der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) und der Wirtschaftsförderung der Stadt Eschborn.

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