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Gegen Grün im Rinnstein

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Weil die Natur sich alles zurückerobert, grünt und blüht es auch an den Bordsteinen. schmidt
Weil die Natur sich alles zurückerobert, grünt und blüht es auch an den Bordsteinen. schmidt © babs

Hofheim Stadt fürchtet Schäden an der Pflasterung

Mehr Grün in die Innenstädte - der Ruf danach ist in Zeiten der Klimaveränderung sicher richtig. Aber ist das Grün gemeint, das gerade allerorten, der Trockenheit zum Trotz, in den Rinnsteinen und zwischen Bürgersteigplatten hervorsprießt?

Manche Bürger rücken ihm vorbildlich zu Leibe, mit Kneipchen oder Schaber, mit Drahtbürste oder gar mit kleinen Flammenwerfern. Dass es Unkraut im botanischen Sinn gar nicht gibt und jedes Kraut zur Artenvielfalt beiträgt und irgendwo im biodiversen Spektrum seinen Sinn hat, haben die meisten längst gelernt. Macht es also vielleicht sogar Sinn, das Mehr an Grün in Fugen und Bordsteinkanten sprießen zu lassen? Immerhin: CO2 speichern kann es ja wohl auch. Vielleicht sogar noch mehr?

Im Rathaus ist die Antwort eindeutig. Nein, Grün ist an diesen Stellen im Stadtbild keine gute Idee, lässt sich die knappe Mitteilung von Pressesprecherin Catharina Elisa Cronauer auf Anfrage dieser Zeitung zusammenfassen. Der Grund: "Dort, wo eine Bepflanzung der Bordsteinfugen nicht vorgesehen ist - sprich bei herkömmlichen Pflastersteinen, die größtenteils für die Gehwege genutzt werden - kann die Pflasterung durch die Wurzel der Pflanzen stark beschädigt werden", lässt Kronauer wissen. Von diesen Beschädigungen könne "wiederum ein hohes Gefahrenpotential für Fußgänger und Radfahrer" ausgehen. Außerdem müssten aufgrund solcher Schäden dann häufiger Sanierungen durchgeführt werden.

Auch mit Blick auf Starkregenereignisse, die im Sommer etwa durch heftige Gewitter drohen, ist es nach Meinung der Stadtverwaltung schlecht, wenn der Rinnstein in seiner namensgebenden Funktion durch alles mögliche, was dort grünt und blüht, beeinträchtigt wird. Bei "bewachsener Fugung", so Rathaus-Sprecherin Kronauer, könne das Wasser nicht mehr gut abfließen.

Ausdrücklich ist in der Straßenreinigungssatzung der Stadt Hofheim nicht von einer Entfernung sprießender Pflanzen die Rede. Erwähnt werden Laub, Kehricht sowie Schnee und Eis. Während andernorts auch schon mal die Bürgerpflicht an der Bordsteinkante endet, sind die Hofheimer per Satzung verpflichtet, vor ihren Häusern bis zur Straßenmitte für saubere Verhältnisse zu sorgen. Das aber ist gar nicht so leicht.

Chemie ist keine gute Lösung - und zudem im öffentlichen Raum verboten. Das gilt auch für "Hausmittel" wie Essig, Salz oder Soda. Unbedenklich ist der Einsatz von heißem Wasser und wirksam obendrein. Die abgestorbenen Pflanzenreste lassen sich dann leicht mit Bürste oder Schrubber entfernen und in der Biotonne entsorgen.

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