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Franziskaner starten ihr Projekt

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Netzwerker: Provinzial Markus Fuhrmann, Norbert Lammers, Provinzleiterin Cordis Ganslmeier und Helmut Schlegel (v. l.). schmidt
Netzwerker: Provinzial Markus Fuhrmann, Norbert Lammers, Provinzleiterin Cordis Ganslmeier und Helmut Schlegel (v. l.). schmidt © babs

„Geistlicher Ort“ eröffnet / Angebot an Menschen aller Konfessionen

Hofheim - Es war der Satz, der am stärksten hängen blieb vom festlichen Gottesdienst, mit dem am Sonntag der „Geistliche Ort Hofheim“ im Haus vom Guten Hirten an der Marxheimer Schloßstraße eröffnet wurde. „Ich könnte vor Freude in die Luft springen“, so zitierte Provinzleiterin Schwester Cordis Ganslmeier von der Deutschen Provinz der Schwestern vom Guten Hirten aus einer E-Mail, mit der die Hofheimer Oberin Schwester Gudula Busch sie im März vergangenen Jahres von der Idee zweier Franziskaner unterrichtet hatte, nach der Schließung des Exerzitienhauses ihren „spirituellen Dienst“ im Haus vom Guten Hirten fortzusetzen.

„Ich könnte vor Freude in die Luft springen“, dieses Gefühl haben offenbar nicht wenige geteilt, als im Spätsommer öffentlich wurde, dass die beiden Franziskaner Norbert Lammers und Helmut Schlegel tatsächlich diese Idee in die Tat umsetzen würden. Hätte es noch eines Belegs dafür bedurft - die voll besetzte Klosterkirche am Sonntag wäre wohl Bestätigung genug gewesen.

„Menschen brauchen Verortung - das gilt auch für ihr geistliches Leben“, machte Bruder Markus Fuhrmann, Provinzial der Deutschen Franziskaner, deutlich, dass auch sein Orden froh ist darüber, dass in Hofheim nach dem Abschied vom Exerzitienhaus nun „etwas Neues beginnt“. Kein „Exerzitienhaus light“, wie Fuhrmann unterstrich.

Gestalten wollen die beiden Franziskaner mit den Schwestern vom Guten Hirten, den Kirchenmusikern um Organist Andreas Walke und Menschen, die sich hier ehrenamtlich oder auf Honorarbasis einbringen, einen „Ort, an dem Menschen sich verankern können, geistig und geistlich“, so Helmut Schlegel. „Es ist uns wichtig, dass dies ein gemeinsames Projekt ist“, betonte der Franziskaner. Auch wenn das erste Programm „ein bisschen mit heißer Nadel gestrickt“ sei, falle die Reaktion darauf „bisher ganz gut aus.“

PROGRAMM

Der Geistliche Ort Hofheim macht ein bewusst überkonfessionelles Angebot, zu dem auch Suchende und Menschen ohne Konfession willkommen sind. Das Programm liegt in der Kirche des Hauses vom Guten Hirten, Schloßstraße 115, zum Mitnehmen aus.

Alle Veranstaltungen und aktuelle Informationen sind zudem auf www.geistlicher-ort-hofheim.de einsehbar. Auch ein Newsletter ist erhältlich. babs

Norbert Lammers dankte der Provinzleitung der Franziskaner ausdrücklich, „dass ihr es möglich gemacht habt, dass wir hier leben und arbeiten dürfen“, auch wenn es aufgrund des fehlenden Brüder-Nachwuchses in der Provinz an vielen Stellen „zwicke“. Umso mehr Sinn macht es, dass sich die Orden stärker vernetzen. Dazu passt, dass auch die Franziskanerinnen in der Lange Straße in Frankfurt die beiden Hofheimer Franziskaner künftig für einen Tag in der Woche als Hausseelsorger verpflichtet haben.

Für das Haus vom Guten Hirten und die hier vor sieben Jahren verwirklichten christlich orientierten Seniorenwohngruppen hofft Provinzleiterin Cordis Ganslmeier, dass nun auch der wichtigste Punkt des zugrundeliegenden Konzepts, die christliche Ausrichtung, „nachhaltig gesichert“ ist.

Schwester Gudula Busch, die schon beim Gedanken daran am liebsten Freuden-Luftsprünge gemacht hätte, hat den Start des Projekts zwar nicht mehr erlebt. Mit ihrer Offenheit für diese wie für viele andere Veränderungen hat die im August verstorbene Ordensfrau aber ganz konkret für „Kirchenentwicklung“ gesorgt, handfest, wie die Westfälin war, und immer nah bei den Menschen. babs

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