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Erste Frau an der Spitze der Polizei

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Fühlt sich in Hofheim schon sehr wohl: Carina Lerch mit ihrem Kollegen Thomas Trapke. Kreuzer
Fühlt sich in Hofheim schon sehr wohl: Carina Lerch mit ihrem Kollegen Thomas Trapke. Kreuzer © Kreuzer

Carina Lerch ist die neue Leiterin der Polizeidirektion Main-Taunus

Hofheim - Das strahlende, ansteckende Lachen sei absolut typisch für sie, meint ihr Kollege spontan, und man glaubt es ihm sofort. Kaum einer wohl, der sich von Carina Lerchs gewinnender Art und ihrem verbindlichen Auftreten nicht angesprochen fühlt, und so öffneten sich ihr in ihrem bisherigen Berufsleben schon viele Türen, die sie nur zu gerne durchschritt. Mit gerade mal 44 Jahren hat sie nun im November die Nachfolge von Urban Egert angetreten. Als Leiterin der Polizeidirektion Main-Taunus in Hofheim ist sie die erste Frau auf dieser Position. Noch nie war jemand dort jünger - und auch nicht höherrangig, denn sie darf sich „Leitende Kriminaldirektorin“ nennen. Mehr als diese vier goldenen Sterne auf der Schulter geht fast nicht, doch sie ist weit davon entfernt, sich darauf etwas einzubilden: „Klar empfinde ich stolz auf das Erreichte, aber in erster Linie bin ich einfach nur glücklich mit meinem Job, und daher fällt es mir auch so leicht, ihn auszuüben. Ich habe es tatsächlich geschafft, in meinem Beruf meine Berufung zu finden!“ Diese Hingabe und Leidenschaft für ihre Tätigkeit spürt man in jedem Moment des Gesprächs.

Interesse für Jura und Kommunikation

I m Kreis Waldeck-Frankenberg aufgewachsen, kam sie allerdings eher zufällig zur Polizei, fand dort aber auch eine Verbindung zu ihrem ursprünglichen Interesse für Kommunikation und Jura. Über Streifendienst und dezentrale Ermittlungsgruppe (DEG) ging es zur Kripo, ebenfalls bei der Polizeidirektion Hochtaunus in Bad Homburg. Als DEG-Leiterin und Ansprechpartnerin für Kriminalitätsbekämpfung war Lerch von 2007 bis 2008 schon einmal im Main-Taunus-Kreis.

Mit Abschluss des Studiums für den höheren Dienst startete sie 2011 beim Polizeipräsidium Frankfurt als Leiterin mobiles Einsatzkommando. Dass sie die Chance bekam, direkt die Verantwortung für eine solche Spezialeinheit zu übernehmen, weiß sie heute noch sehr zu schätzen. In diesem Tätigkeitsfeld rund um organisierte Kriminalität konnte es durchaus gefährlich werden, doch sie stellte sich der Herausforderung.

„Das war das erste Mal, dass eine Frau diesen Job bekommen hat, und mich hat diese Zeit extrem geprägt, gerade was die Führung und Bewältigung polizeilicher Einsatzlagen betrifft“, erinnert sie sich.

Irgendwann war zwar der Wunsch nach Familiengründung stärker, doch im Anschluss an die einjährige Elternzeit - ihre Tochter ist heute sieben Jahre alt, ihr Mann ebenfalls bei der Polizei - stieg sie als Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Polizeipräsidium Frankfurt wieder voll ein. Nun ist sie seit knapp vier Wochen in der Polizeidirektion Main-Taunus tätig und will hier durchaus länger bleiben. Der Empfang sei jedenfalls warmherzig und offen gewesen, „eine tolle Willkommenskultur“, wie man sie sich immer wünschen würde.

Auch für das Team ihrer Dienststelle findet sie nur lobende Worte: „Das sind wahnsinnig motivierte Leute, die zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben auch noch eigeninitiativ tätig werden.“ Für Lerch ist es wichtig, ihren Mitarbeitern eine verlässliche Führungskraft zu sein: empathisch, offen und ehrlich im Umgang, aber auch durchsetzungsstark. Als Repräsentantin der Polizeidirektion sieht sie sich zudem in der Pflicht, etwas für die Bürger im Main-Taunus-Kreis zu tun: „Ich möchte, dass sich jeder hier nicht nur sicher fühlt, sondern auch sicher ist!“

Themen wie Alkohol und Drogen im Straßenverkehr lagen schon ihren Vorgängern sehr am Herzen und sollen - mit verstärkten Kontrollen - weiter ausgebaut werden. Regelmäßig tauscht sich Lerch mit ihren Kollegen über strategische Aspekte aus, und gemeinsam mit dem Präventionsrat sollen die entsprechenden Maßnahmen intensiviert werden. Vor allem aber findet sie immer wieder lobende Worte für ihre Mitarbeiter: „Wir haben hier ein sehr junges, engagiertes Team; darunter Leute mit sehr viel Potenzial. Ich würde mich freuen, die in ihrer Entwicklung weiter begleiten zu dürfen!“

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