1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Hofheim

Erste Frau an der Kreistagsspitze

Erstellt:

Kommentare

Nach ihrer Wahl übernahm Susanne Fritsch gestern Nachmittag die Sitzungsleitung im Plenarsaal des Hofheimer Kreishauses.
Nach ihrer Wahl übernahm Susanne Fritsch gestern Nachmittag die Sitzungsleitung im Plenarsaal des Hofheimer Kreishauses. knapp © Knapp

Susanne Fritsch wird einstimmig zur Nachfolgerin von Wolfgang Männer gewählt

Hofheim - Der Kreistag hat erstmals eine Frau an seine Spitze gewählt: Die 46 Jahre alte Susanne Fritsch (CDU) aus Eschborn erhielt am Montag bei der Kreistagssitzung im Landratsamt das Vertrauen der großen Mehrheit der Abgeordneten. Einstimmig bei nur einer Enthaltung (Die Partei) votierten die anwesenden Kreistagsmitglieder für die Kandidatin der CDU. Susanne Fritsch, die seit ihrer Jugend kommunalpolitisch aktiv ist und seit 2001 dem Kreistag angehört, ist damit Nachfolgerin von Wolfgang Männer (CDU), der im Oktober im Alter von 78 Jahren überraschend verstorben war.

Größte Fraktion hat das Vorschlagsrecht

Tochter Sophie, Sohn Philipp und ihre Mutter Ingeborg Gritsch verfolgten die Wahl auf der Zuschauer-Tribüne, Vater Karlheinz Gritsch wurde als Mitglied des Kreistags Zeuge.

Die Sitzungsleitung hatte zunächst die stellvertretende Kreistagsvorsitzende Julia Ostrowicki (SPD). Sie sprach von einem „historischen Moment“, da erstmals eine Frau und zudem eine Person unter 50 Jahren als Parlamentsvorsitzende vorgeschlagen werden sollte.

AUFGABEN

Die neue Vorsitzende des Kreistags gilt als „Erste Bürgerin“ des Main-Taunus-Kreises, weil sie das Parlament repräsentiert und damit sozusagen den „Souverän“. Der Landrat als Behördenleiter ist ihr protokollarisch nachgeordnet. „Es bleibt immer ein Tandem“, sieht Susanne Fritsch hier selbst keine Hierarchie, sondern betont eher das Gemeinsame, wenn es darum gehen wird, den MTK nach außen zu vertreten.

Weil sie als berufstätige Frau weniger Zeit haben wird als ihre Vorgänger, die alle bereits Rentner waren, will Susanne Fritsch sich zudem, wo es nötig ist, auch mal von anderen Mitgliedern des Kreistags-Präsidiums bei Repräsentationsterminen oder in Ausschüssen vertreten lassen. Sichtbarste Arbeit wird die Leitung der Kreistagssitzungen sein, dazu kommt deren Vor- und Nachbereitung. Dafür hat sie mit dem Sitzungsdienst, der etwa für Protokolle oder die Versendung von Unterlagen zuständig ist, Unterstützung aus der Verwaltung.

Laut Satzung des MTK erhält der oder die Kreistagsvorsitzende für diese ehrenamtliche Tätigkeit neben den üblichen Sitzungsgeldern für Kreistagsabgeordnete (50 Euro pro Sitzung) eine monatliche Aufwandsentschädigung von 300 Euro. babs

Den Vorschlag brachte dann Dr. Frank Blasch ein. „Wenn ich ehrlich bin, wünschte ich mir, ich müsste nicht hier stehen“, bekannte der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten im Blick auf den verdienten Verstorbenen. Der Kreistag müsse aber weiter arbeitsfähig sein. So gehe der Blick nach vorn. Blasch dankte allen anderen Fraktionen, dass sie den guten parlamentarischen Brauch achten wollten, nach dem die größte Fraktion das Vorschlagsrecht für das Leitungsamt hat. Nach intensiven Beratungen in der Fraktion schlage diese „aus tiefer Überzeugung“ die für diese Aufgabe „bestens geeignete“ Susanne Fritsch vor. Blasch verwies auf die „jahrzehntelange kommunalpolitische Erfahrung“ der Eschbornerin, die zudem als stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin in ihrer Heimatstadt und als stellvertretende Kreistagsvorsitzende schon viel Einblick in die Präsidiumsarbeit gewonnen habe. So sei Susanne Fritsch „aus unserer Sicht prädestiniert“ für dieses Amt. Die 46-Jährige könne zudem „von ihrer Art und ihrem Charakter her die ausgleichende Funktion“ gut ausüben, die der Kreistagsvorsitz verlange. Und auch nach außen werde Fritsch den Kreistag „bestens repräsentieren“, so Blasch.

Die Wahl erfolgte, nachdem sich auf Ostrowickis Vorschlag kein Widerspruch erhob, per Akklamation.

Die neu gewählte „Erste Bürgerin“ nahm sie gern an - und den Beifall des Hauses, die Glückwünsche sowie auch die Blumensträuße von Landrat Michael Cyriax (CDU) und Frank Blasch freudig entgegen. Julia Ostrowicki übergab dann „mit großem Vergnügen“ die Sitzungsleitung an die frisch gekürte Parlamentschefin. Sie freue sich auf die neue Aufgabe, bekannte Fritsch. „Ich bin ein Team-Mensch und möchte es bleiben“, machte sie noch deutlich, dass sie jederzeit ansprechbar sei, und wünschte „gute und gedeihliche Zusammenarbeit“, bevor sie den nächsten Tagesordnungspunkt aufrief. Als neuer stellvertretender Kreistagsvorsitzender für die CDU rückte Wolfgang Exner, Erster Stadtrat in Hofheim, nach. Auch ein neues Kreistagsmitglied gab es mit Fabian Beine (CDU) aus Kelkheim zu begrüßen, der für Wolfgang Männer nachgerückt ist.

Auch interessant

Kommentare