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Eltern wollen keinen Kita-Bus

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Betreuungsnot herrscht in Wallau. Die  Stadt Hofheim will nun eine Wohnung anmieten.

Es war eine hitzige Debatte, die die Stadtverordneten Mitte der Woche im Parlament geführt haben. Nicht nur wegen der rekordverdächtig hohen Temperaturen in der Stadthalle sondern auch weil das Thema, um das es ging, ein heißes Eisen ist.

Im Stadtteil Wallau fehlen 30 Kita-Plätze. Viele Dreijährige, die im Herbst in den Kindergarten kommen sollten, haben deshalb von den beiden kirchlichen Einrichtungen eine Absage erhalten. Weil eine neue Kita nicht von jetzt auf gleich gebaut werden kann, suchte die Stadt nach einer Zwischenlösung. Die Kita-Kinder, die in Wallau nicht unterkommen, sollten täglich per Pendelbus nach Marxheim gefahren werden. Dort würden Container an der Heiligenstockschule frei, die für die Betreuung genutzt werden könnte, hieß es aus dem Rathaus. „Das wäre für uns die absolute Katastrophe“, sagt Merit Kohlhof. Die Mutter von zwei Jungs hörte sich den Vorschlag im Sozialausschuss an und setzte anschließend einen Protestbrief an die Stadtverordneten auf, fast 60 Familien unterschrieben. Einige von ihnen kamen mit ihren Kindern vor der Parlamentssitzung in die Stadthalle, um den Politikern ihr Dilemma zu schildern.

„Wir möchten, dass unsere Kinder in Wallau betreut werden, das ist wichtig, weil jetzt die sozialen Kontakte auch für die Grundschule entstehen, sagt Merit Kohlhof. Mit Interesse hörte sie deshalb, dass der Stadt eine 175 Quadratmeter große Wohnung in Wallau für die „Interimskita“ angeboten worden sei. Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) teilte das den Abgeordneten mit. Zur Debatte stand auch eine Container-Lösung auf dem Gelände der alten Ländcheshalle. „Wir sind mit allem zufrieden wenn es nur bei uns am Ort ist“, sagte Merit Kohlhof der FR. Weder wolle sie ihren bald dreijährigen Sohn, der bisher eine private Krippe in Hofheim Nord besucht, weiterhin jeden Tag mit dem Auto dahin fahren, noch ihn in den Kita-Bus nach Marxheim setzen.

Erschrocken sei sie gewesen, dass laut Parlamentsbeschluss, der mehrheitlich mit den Stimmen von CDU, SPD, Freien Wählern und FDP gefasst wurde, nun doch die Container an der Heiligenstockschule wieder eine Option sind, sollte die Wohnung in Wallau nicht angemietet werden können. „Das werden die Eltern nicht akzeptieren“, ist Kohlhof überzeugt.

Für Aufsehen sorgte im Parlament Sebastian Exner (CDU), der Magistrat und Parlament Versäumnisse vorwarf. Dass in Wallau Kitaplätze fehlten, stehe seit Monaten fest, geschehen sei nichts, sagte Exner. Bürgermeisterin Stang widersprach. Die große Platznot habe sich bisher nicht abgezeichnet. Viele Kinder aus dem Stadtteil würden auswärts betreut.

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