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Einsturzgefahr ist vorerst gebannt

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Auch damit Fußgänger sicher passieren können, wurde die Hausfront zur Hauptstraße hin mit einer Holzkonstruktion abgestützt. knapp
Auch damit Fußgänger sicher passieren können, wurde die Hausfront zur Hauptstraße hin mit einer Holzkonstruktion abgestützt. knapp © Knapp

Giebelseite hat massive statische Probleme / Historisches Fachwerkhaus muss abgesichert werden

Hofheim - Der Denkmalschutz hebt seine „städtebaulich wichtige Ecklage“ hervor. Umso mehr beschäftigt es viele Passanten und auch die Behörden, dass das Haus Burgstraße 2 vor einer Woche durch eine Holzkonstruktion gestützt werden musste. Auf die direkte Frage der Reporterin dieser Zeitung, ob die Fassade zur Hauptstraße hin einsturzgefährdet sei, gab einer der dort tätigen Zimmerleute zur Antwort: „Jetzt nicht mehr.“

Der Kreis bestätigt nun, dass die Giebelseite - und damit das Haus - einsturzgefährdet gewesen sei. Der Kreis hat die Bauaufsicht inne, wie er Untere Denkmalschutzbehörde ist, hat also gleich aus doppeltem Grund mit dem Gebäude zu tun. Da es Einzeldenkmal ist, ist es eben nicht nur Privatsache, was mit dem Haus geschieht. Kreis-Sprecher Johannes Latsch lässt zudem wissen, der Bauherr habe „in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, damit keine Passanten gefährdet werden“. Latsch weiter: „Durch den Holzgutachter und den Statiker wurde festgestellt, dass der Straßengiebel erhebliche statische Probleme hat.

Das Gebäude, das vom Landesdenkmalamt als „stattliches Fachwerkwohnhaus“ eingeordnet wird, stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Allerdings wurde es im 20. Jahrhundert im Erdgeschoss „massiv erneuert“, wie es im Denkmalschutz-Verzeichnis heißt, weil der damalige Besitzer das Ladengeschäft neu eingebaut habe. Ob das am Ende die Ursache für die jetzigen Probleme ist, werden Experten prüfen. Eine Anfrage beim Eigentümer der Immobilie blieb bis gestern unbeantwortet.

Das Haus zeigt, wie der Denkmalschutz festhält, ein „sehr dekoratives Sichtfachwerk mit vielen Schmuckformen“. Neben der Ecklage Hauptstraße/Burgstraße, die es von zwei Seiten sichtbar macht, ist die Nachbarschaft zum historischen Alten Rathaus ein Grund dafür, dass es trotz der Umbauten seinen Stellenwert als Einzeldenkmal nicht verloren hat.

Wie der Arbeitskreis Historisches Hofheim in seinem „Hauptstraße“-Buch festhält, war das Haus nach Erbauung im Besitz der Familie Mohr, die eine Schmiede hatte. 1775 war ein Jakob Christoph Mohr der Eigentümer, das Haus blieb zwei weitere Generationen in der Familie. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Landwirt Konrad Kunz Eigentümer, 1894 übernahm es Metzgermeister Balthasar Messer. Ab 1809 war hier die Metzgerei Anton Müller zu finden. In den 1990er Jahren übernahm Karl Keil zunächst die Metzgerei, von 1995 bis 2008 folgte die Metzgerei Metge. Heute beherbergt das Gebäude im Erdgeschoss ein Sushi-Restaurant.

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