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Einer der Drehorte für die Videoclips des digitalen Adventskonzerts von „Soundwerk“ war die Hofheimer Stadthalle.
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Einer der Drehorte für die Videoclips des digitalen Adventskonzerts von „Soundwerk“ war die Hofheimer Stadthalle.

Hofheim

Digitales Chor-Puzzle in der Pandemie

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Der junge Chorleiter Jonathan Hofmann hat für das Adventskonzert „in Portionen“ des Wallauer Chores „Soundwerk“ eine neue Arbeitsmethode entwickelt. 60 Sängerinnen und Sängerinnen machten mit.

: Die Sängerinnen und Sänger tanzen auf einem Feld in Hofheim-Langenhain, im Hintergrund blitzen die Lichter der Frankfurter Skyline, Feuer lodert aus Baumstämmen. Das amerikanische Weihnachtslied „O come all ye faithful“ ist zu hören. Jonathan Hofmann dirigiert den Wallauer Chor „Soundwerk“. Der Videoclip steht seit 15. Dezember im Netz, er ist Teil der digitalen Chorserie „Lichtblicke 2020 – wir singen weiter“, die in den Monaten der Corona-Pandemie entstanden ist. Insgesamt umfasst das „Konzert in Portionen“ zehn Clips, der letzte wird an Heiligabend auf dem Youtube-Kanal von Soundwerk erscheinen.

„Nach dem ersten Lockdown im März hatten wir die Wahl: Entweder wir stellen unsere Arbeit als Chor komplett ein oder wir gehen ganz neue Wege“, sagt Jonathan Hofmann. Die engagierte Truppe entschied sich für Letzteres und Hofmann, der in Frankfurt und Mainz studiert hat und als selbstständiger Chorleiter arbeitet, kreierte eine Methode, die es erlaubte, die eingesungenen Einzelmitschnitte jedes Chormitglieds dank einer speziellen Software zu einem digitalen Klangpuzzle zusammenzusetzen.

Der Aufwand, um die Chorstücke mit Echtsound zu produzieren, sei enorm gewesen, erzählt Jonathan Hofmann. Jeweils zu viert holte er die Sängerinnen und Sänger in die Wallauer evangelische Kirchengemeinde, wo sie sich in einem Probenraum zunächst einsingen und dann die individuellen „Klanghäppchen“ in der Kirche aufnehmen konnten – immer den geforderten Drei-Meter-Abstand im Blick.

Von Mitte Mai bis Ende Oktober dauerte die Arbeit an den Mitschnitten, unzählige Stunden verbrachte der 35-Jährige mit den Sänger:innen in der Kirche. Für den Chor sei diese Form des Arbeitens eine Riesenherausforderung gewesen, sagt Hofmann. Er ist überzeugt: „Der Aufwand hat sich gelohnt. Wir haben die schwierige Zeit der Pandemie bisher gut überbrückt und ein hochwertiges Ergebnis abgeliefert.“ Der Chor sei zwar aus seinem üblichen Probenalltag herausgerissen worden, die Sänger:innen hätten aber die Chance gehabt, sich neu zu entfalten. „Vielen hat das sehr gut getan“, findet der Chorleiter.

Finanziell ist Hofmann bisher trotz Corona gut über die Runden gekommen. Für seine digitale Chorserie im Advent mit „Soundwerk“ hat er zwei Stipendien der Hessischen Kulturstiftung erhalten. Sie haben es ihm erlaubt, den Tutti-Chor-Klang während der Corona-Pandemie digital entstehen zu lassen. Und er konnte dazu aufwendige Videoproduktionen realisieren, die jetzt im Netz sehen sind. Die Orte, an denen die Clips für die einzelnen Songs entstanden, waren neben dem Feld bei Langenhain auch ein großes Parkhaus in Wallau, ein Spielplatz in Hochheim und die leere Hofheimer Stadthalle. Für jede Location habe ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet und dem Ordnungs- und Gesundheitsamt vorgelegt werden müssen, berichtet Hofmann.

Jonathan Hofmann leitet seit drei Jahren den Wallauer Chor „Soundwerk“.

Die Dreharbeiten waren gerade noch rechtzeitig vor dem Lockdown im November abgeschlossen. David Hanheiser hat die Videos produziert, Rainer Wahl die Arrangements für Gospel- und Musical-Songs, Bach-Choräle, Jazz-Arrangements und Deutsche Pop-Weihnachtslieder geschrieben. Die Instrumente wurden live im Studio eingespielt. Seit dem ersten Adventsonntag wird alle paar Tage ein neuer Soundwerk-Videoclip ins Netz gestellt, und die Chorsänger:innen treffen sich zur virtuellen Release-Party. Auch sie sehen und hören das Ergebnis ihrer monatelangen Arbeit dann zum ersten Mal.

Jonathan Hofmann hält die Videos für ein „historisches Dokument“. Jeder Ton und jedes Bild sei im Jahr 2020 unter den Bedingungen der Pandemie entstanden, berichtet er. Und die Songs machten Mut, „dass es wieder so werden kann, wie es einmal war“.

Die nächsten Videos erscheinen am 18., 20., 22. und 24. Dezember unter www.soundwerk-chor.com und bei Youtube.

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