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Das Wasser in der Stadt halten

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Grünflächen, begrünte Dächer und Bäume sollen wirken wie ein Schwamm

Hofheim - Seit Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es im Resultat irgendwo zu Überschwemmungen führt, wenn starke Regenfälle schleunigst in Kanäle und Bäche geleitet werden. Denn so kommen schnell enorme Wassermengen zusammen. Verstanden wird jetzt zudem, wie wichtig es ist, gerade in den Städten das Wasser festzuhalten. Mit seiner Hilfe kann möglichst viel natürliches Grün wachsen und die Innenstadtquartiere vor Überhitzung schützen. Nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung soll auch in Hofheim mehr auf diese Zusammenhänge geachtet werden.

Stadtbäume hätten sehr wenig Platz sowohl für die Wurzeln als auch für die Krone, so die CDU-Stadtverordnete Birgit Krämer im Parlament. Oft ist der Boden verdichtet, die Luft verschmutzt, und im Winter kommt auch noch das ungesunde Streusalz hinzu. Neuerdings machen Trockenphasen und Hitzeperioden den Bäumen zusätzlich zu schaffen. Krämer: „Wir müssen die Lebensbedingungen der Bäume, vor allem des Wurzelraumes, verbessern.“

Mehrheit zeichnete sich schnell ab

Konkret passieren soll dies dadurch, dass den Wurzeln und dem Wasser unter den befestigten Flächen mehr Platz gegeben werden soll. Dort wird ein Substrat verbaut, das viel Wasser speichern und nach und nach an die Wurzeln abgeben kann. Das Substrat besteht nach Krämers Angaben aus Split, Kompost und anderen Materialien.

Das ist es aber nicht alleine. Die Antragsteller möchten Pflaster, durch das Wasser versickern kann, Mulden, Rigolen und Rückhaltebecken - alles mit dem Ziel, das Wasser in der Stadt zu halten statt abzuleiten. Die Begrünung von Dächern und Fassaden kann den gleichen Zwecken dienen - das Wasser fließt nicht gleich ab. Und weil auf begrünten Flächen immer Wasser verdunstet, bewirken sie eine deutliche Abkühlung der unmittelbaren Umgebung.

Das Wort „Schwammstadt“ für dieses Vorgehen wurde von einem Landschaftsarchitektenbüro als Wortmarke eingetragen. Daher verwenden manche lieber die englische Übersetzung: Sponge City. Im Parlament zeichnete sich schnell eine Mehrheit dafür ab, denn neben den Antragstellern CDU, FDP und FWG äußerten sich auch BfH, Grüne und Linke zustimmend. Da auch die SPD nichts gegen den Vorschlag hat, gab es am Ende einen einstimmigen Beschluss.

Daniel Philipp (Grüne) regte an, die nötigen Mittel gleich in den anstehenden Haushaltsberatungen anzumelden. Wozu wiederum Bernd Hausmann (Linke) anmerkte, man könne auch die für den City Tree veranschlagten Mittel dafür verwenden. Wie berichtetet, möchte der Magistrat im kommenden Jahr eines dieser biologischen Luftreinigungsgeräte in der Hofheimer Innenstadt installieren.

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