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„Die rote Clownnase verändert uns“, sagt Michael Stuhlmiller.
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„Die rote Clownnase verändert uns“, sagt Michael Stuhlmiller.

Hofheim

Clown-Notdienst für die Psyche

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Der Profispaßmacher und Leiter der Hofheimer Clownschule Michael Stuhlmiller bietet kostenlose Online-Seminare an, damit das Leben im Lockdown leichter wird.

Mit einem solchen Ansturm hat Michael Stuhlmiller nicht gerechnet. Schon kurz nachdem der Leiter der Hofheimer Clownschule für Fastnachtsdienstag das kostenlose Onlineformat „Clown-Notdienst“ angekündigt hatte, landeten Dutzende Anmeldungen in seinem E-Mail-Postfach. „Die Stimmung sinkt, die Laune ist im Keller, die Leute suchen nach etwas, das sie im fortgesetzten Lockdown wieder zum Lachen bringt“, sagt Stuhlmiller.

Genau das bezweckt der Clown-Notdienst. Im Mittelpunkt des einstündigen Webinars steht die rote Nase. „Wer sie aufsetzt, verändert sich automatisch“, sagt Stuhlmiller, der selbst als Clown arbeitet und seit vielen Jahren in seiner Schule den Nachwuchs ausbildet. „Die rote Nase ist ein ,Erlauber‘. Mit ihr ist alles möglich. Egal wie alt wir sind und wie sehr uns die aktuellen Sorgen auf die gute Laune drücken.“

Starten will Stuhlmiller den Clown-Notdienst mit Lachyoga-Übungen, die er im clownesken Stil weiterentwickelt hat. Danach folgt das angeleitete Spiel mit der roten Nase. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin könne für sich das Clownsein ausprobieren und hinterher den anderen darüber in der Videokonferenz berichten, erläuterte er im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau.

Clownschule

Die Schule für Clowns, Comedy und Komik in Hofheim-Lorsbach bietet berufsbegleitende Ausbildungen zum Klinikclown und Clowncoach an.

Die Berufsausbildung mit zertifiziertem Abschluss zum Clown-Schauspieler ist staatlich anerkannt. Start ist im März.

Der Einsteigerkurs „Entdecke den Clown in Dir“ wird laufend angeboten.

Anmeldung und weitere Termine, auch zum kostenlosen Webinar Clown-Notdienst unter www.clownschule.de. aro

Wegen des großen Interesses wird es weitere Clown-Notdienst-Termine geben, zu denen sich Interessierte zuschalten können. „Im Corona-Lockdown ist es wichtiger denn je, etwas für sich zu tun. Die Seele leidet“, ist Michael Stuhlmiller überzeugt. Auch eine Reihe von Clownvideos, die für wenig Geld heruntergeladen werden können, soll demnächst online gehen.

Wie es mit seinem eigentlichen Geschäft, den Clownausbildungen, weitergeht, weiß der 60-Jährige noch nicht. Bisher habe er keine Corona-Hilfen beantragen müssen, sagt Stuhlmiller. Die Kurse im vergangenen Jahr konnte er in Kleingruppen zu Ende bringen. Für das neue Ausbildungsjahr ist die Zahl der Anmeldungen aber deutlich zurückgegangen. Der Einsteigerkurs „Entdecke den Clown in dir“ hat nur halb so viele Teilnehmer:innen wie üblich. „Die Leute sind verunsichert, sie wissen nicht, ob und wann sie das Haus verlassen dürfen.“ Das mache die Planung schwierig.

Und wie geht es den Absolventinnen und Absolventen der Hofheimer Clownschule in Corona-Zeiten? Gilt für Profispaßmacher:innen das Schlagwort von der „Krise als Chance“? Die Lage sei schwierig, räumt Stuhlmiller ein. Es gebe kaum Auftrittsmöglichkeiten im Lockdown. „Vielleicht liegt die Chance ja darin, dass wir als Gesellschaft Kunst wieder neu wertschätzen lernen“, sinniert der Schulleiter.

Warum nicht einen Clown oder eine Clownin für einen Abend zu sich nach Hause einladen und mit ihm gemeinsam die Welt neu entdecken? Den Kontakt zu den Profis, sagt Michael Stuhlmiller, könne er jederzeit herstellen.

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