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SPD-Kandidat Bernhard Köppler (rechts) gratuliert dem Wahlsieger von der CDU, Christian Vogt.

Hofheim

CDU-Mann gewinnt in Hofheim mit mehr als 2000 Stimmen Vorsprung

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Christian Vogt siegt bei der Bürgemeisterstichwahl in allen Stadtteilen. Bernhard Köppler (SPD) liegt in einigen Wahllokalen in der Kernstadt und in Marxheim vorn.Bürgermeister-Stichwahl 2019

Genau 32 Stimmen haben vor 18 Jahren den Ausschlag gegeben, dass die Sozialdemokratin Gisela Stang die Bürgermeisterstichwahl in Hofheim gewann. Der Kandidat der CDU, der damalige Erste Stadtrat Gerd Czunczeleit, hatte das Nachsehen. Amtsinhaber Rolf Felix (CDU) war nicht mehr zur Wahl angetreten. Für die in der Main-Taunus-Kreisstadt stets erfolgsverwöhnten Mehrheitspartei CDU war das ein herber Schlag.

Zwei weitere Niederlagen bei Bürgermeisterwahlen musste die Christdemokraten seit 2001 einstecken: 2007 und 2013 verteidigte Stang erfolgreich den Chefsessel im Rathaus. Wolfgang Marschall und Erster Stadtrat Wolfgang Exner (beide CDU), die gegen die Amtsinhaberin antraten, konnten nicht gewinnen. Ein viertes Mal aber wollte Stang nicht mehr für das Bürgermeisteramt kandidieren. Die 49-Jährige strebte ein Abgeordnetenmandat im Hessischen Landtag an, was ihr aufgrund des schlechten Abschneidens der SPD bei der Wahl im Herbst vorigen Jahres jedoch nicht gelang.

Seit Sonntag steht nun fest: Der Bürgermeisterposten in Hofheim ist für die Sozialdemokraten verloren gegangen – womöglich auf lange Zeit. Denn der Wahlsieg von Christian Vogt war keine Zitterpartie. Der Christdemokrat hat mit exakt 2132 Stimmen Vorsprung vor SPD-Mann Bernhard Köppler gewonnen und schon am Wahlabend deutlich gemacht, dass er das Amt des Verwaltungschefs erst mal nicht als Sprungbrett für seine weitere politische Karriere nutzen will. „Ich bin gekommen, um zu bleiben, will meiner Stadt dienen“, sagte Vogt vor Pressevertretern.

Als Bürgermeister kann sich Vogt auf eine breite Mehrheit berufen. Zwar lag die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl mit 42,9 Prozent unter der vergangener Jahre, Vogt bekam aber in den allermeisten Wahllokalen deutlich mehr Stimmen als Bernhard Köppler.

Sein Spitzenergebnis erreichte der 39-Jährige mit 79,8 Prozent im Stadtteil Wallau, wo er aufgewachsen ist und wo seine Familie lebt. Überdurchschnittlich gute Ergebnisse um die 60 Prozent erzielte Vogt auch in Wildsachsen, Langenhain und Diedenbergen. Am schlechtesten schnitt er in der Kernstadt ab, wo Bernhard Köppler zu Hause ist.

In Hofheim Nord, wo besonders viele Wohnblocks der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) stehen, sowie im Wahllokal Pestalozzischule erreichte Köppler Spitzenergebnisse von mehr als 60 Prozent. Vor Vogt lag der 54-jährige Sozialdemokrat auch im Wahllokal der Bodelschwinghschule, das ebenfalls von HWB-Wohnungen umgeben ist. Das Wohngebiet im Stadtteil Marxheim gilt als Hochburg der SPD.

Mit Spannung war das Stichwahlergebnis aus Lorsbach erwartet worden. Dort hatte im ersten Wahlgang der parteilose Kandidat Wilhelm Schultze mit knapp 30 Prozent das beste Resultat aller sieben Kandidaten erzielt. Der 23 Jahre alte Student, der politisch bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist, hatte für die Stichwahl keine Wahlempfehlung gegeben, sondern seine Anhänger lediglich aufgerufen, erneut wählen zu gehen. Offenbar mit Erfolg. Denn mit 45,7 Prozent lag die Wahlbeteiligung in Lorsbach deutlich über dem Hofheimer Schnitt. Nur in Langenhain, wo das Thema Windkraft besonders brisant ist, gingen am Sonntag mehr Wähler an die Urnen. In Lorsbach stimmten bei der Stichwahl 53,4 Prozent der Wähler für Vogt und 46,6 für Köppler. Ähnlich ausgeglichen war das Wahlergebnis in Marxheim und in der Kernstadt.

Christian Vogt wird sein neues Amt als Bürgermeister im September antreten. Bis dahin arbeitet der Jurist weiter im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst als Grundsatzreferent im Ministerbüro.

Christian Vogt (CDU) 58,3

Bernhard Köppler (SPD) 41,7

Wahlbeteiligung 42,9

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