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Bitte lächeln: Plakate der Kandidaten von CDU, SPD und Grünen zur Bürgermeisterwahl.

Bürgermeisterwahl

Sieben wollen auf den Chefsessel in Hofheim

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Am 24 März ist Bürgermeisterwahl in Hofheim. Auf Kontroversen allerdings ist keiner der Bewerber aus. Gisela Stang tritt nicht an.

Es war ein Paukenschlag, als Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) Anfang 2018 ihren Rückzug aus der Lokalpolitik der Main-Taunus-Kreisstadt ankündigte. Die meisten hatten damit gerechnet, dass die 49-Jährige für eine vierte Amtszeit als Verwaltungschefin kandidieren würde. Doch Stang schloss das aus, wollte Abgeordnete im Landtag werden. Als Stellvertreterin von Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel wurde sie sogar in dessen Regierungsteam berufen. Im Oktober letzten Jahres erlebten die Genossen eine herbe Wahlschlappe und Stang stand am Ende ohne Landtagsmandat da. An ihrem Entschluss, auf eine erneute Kandidatur in Hofheim zu verzichten, änderte das nichts. Die Bürgermeisterwahl am 24. März wird ohne sie stattfinden. Die politischen Karten könnten ganz neu gemischt werden.

Eine Premiere ist der Urnengang in jedem Fall: Erstmals haben sich in Hofheim sieben Kandidaten für das Bürgermeisteramt beworben – vier Männer und drei Frauen. Die regierende Viererkoalition aus CDU, SPD, Freien Wählern und FDP stellt dabei mit Christian Vogt, Bernhard Köppler und Andreas Nickel gleich drei Bewerber. Aus den Reihen der Opposition kommen Bianca Strauss (Grüne) und Barbara Grassel (Linke). Wilhelm Schultze und Friederike Röhr sind parteilos und politische Quereinsteiger.

Für die CDU geht um viel am 24. März. Als stimmenstärkste Fraktion im Stadtparlament wollen die Christdemokraten den Bürgermeisterposten in der 40 000-Einwohnerstadt zurückerobern. Mit wenigen Stimmen Vorsprung und völlig unerwartet hatte das „Hofheimer Mädchen“ Gisela Stang 2001 die Wahl in der traditionell konservativ geprägten Kreisstadt für sich entschieden und war anschließend zwei Mal als Bürgermeisterin wiedergewählt worden. Jetzt soll CDU-Parteichef Christian Vogt das Ruder wieder herumreißen. Eine große Aufgabe wartet auch auf Bernhard Köppler, den die Hofheimer Genossen zum Kandidaten auserkoren haben. Er soll den Chefsessel im Rathaus für die SPD verteidigen. Als Sozialdemokrat zu erkennen gibt sich Köppler auf seinen Wahlplakaten allerdings nicht. Das Parteilogo taucht dort nicht auf.

Ruhige Wahlkämpfer

Vogt und Köppler sind ruhige Wahlkämpfer. Sie touren schon seit dem vergangenen Sommer durch alle Stadtteile, machen Straßenwahlkampf und setzen auf den direkten Dialog mit Bürgern. Vogt schenkt Kaffee „uff de Gass“ aus dem Espresso-Mobil aus, die CDU hat eine Wahlkampfzeitung für ihn drucken lassen, und es gibt einen Unterstützerkreis, der Werbung für den Kandidaten macht. Bernhard Köppler lädt zum Bürgermeisterstammtisch ein, besucht Vereine und diskutiert mit den Bürgern auf Facebook.

Etwas geräuschvoller kommt Andreas Nickel, der Fraktionschef der Freien Wähler daher. Mit seinem „Team Nick 52“ hat er schon Bierdeckel verteilt. Im Internet singt er den „Rock Over Hofheim“, jüngst hat er die Zeitung „Focus Hofheim“ selbst in Briefkästen gesteckt.

Mit harten Bandagen kämpft keiner der sieben Bürgermeisterkandidaten. Nur einmal sind sie bisher öffentlich aufeinandergetroffen: bei einer Veranstaltung der Bürgerinitiative gegen Windkraft in Langenhain. Der mögliche Bau von Windrädern in dem Hofheimer Stadtteil ist ein Wahlkampfthema, außerdem das geplante große Neubaugebiet Marxheim II, der barrierefreie Ausbau des Lorsbacher Bahnhofes, die Ultranet-Trasse, die die Stadtteile Wildsachsen und Langenhain durchschneiden würde und der Bau einer Brücke über die Bahnstrecke von Marxheim Richtung Kernstadt.

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Die Wahlprogramme offenbaren eine Menge Bekanntes. Von Verkehrsentlastung ist die Rede, vom Bau bezahlbarer Wohnungen, von wohnortnaher Grundversorgung, Digitalisierung und der Stärkung der Vereine. Auf Kontroversen scheint keiner der sieben Kandidaten aus zu sein.

Auch die Bewerberinnen der Opposition und die parteilosen Kandidaten halten sich dezent zurück. Grünen-Kandidatin Bianca Strauss versucht das eigene Profil zu schärfen, indem sie sich auch mal von Spitzenpolitikern ihrer Partei wie Tarek Al-Wazir oder Kordula Schulz-Asche begleiten lässt. Barbara Grassel lädt die Bürger zu Infoveranstaltungen über Energiethemen ein und sammelt Unterschriften für den Erhalt der Lorsbacher Post. Wilhelm Schultze verspricht „frischen Wind“ in die Kreisstadt zu bringen und Friederike Röhr propagiert ein „Hofheim, das sich bewegt“. Auf ihrem Wahlplakat schwingt sie das Tanzbein.

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