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Wahlplakate zur Bundestagswahl im Wahlkreis 181.
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Wahlplakate zur Bundestagswahl im Wahlkreis 181.

Hofheim

Bürgerlicher Wahlkreis im Vordertaunus

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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15 Kommunen aus Main-Taunus und Hochtaunus gehören zum Wahlkreis 181. Viele Menschen, die hier leben, pendeln zur Arbeit nach Frankfurt und in die Region. Bezahlbare Wohnungen und gute Verkehrsinfrastruktur sind deshalb gefragt.

Es gab Zeiten, da waren die Sozialdemokraten im Main-Taunus-Kreis im Aufwind. Bürgermeisterwahlen wurden der Reihe nach gewonnen. Bei Kommunalwahlen schnitt die SPD so gut ab, dass sie selbst in konservativen Hochburgen wie Flörsheim oder Hofheim in die Stadtregierung kam. Doch das rote Intermezzo im traditionell schwarzen Landkreis ist vorbei. Kreisweit mussten die Genossen bei den letzten Wahlen herbe Verluste hinnehmen. Einziger SPD-Bürgermeister ist Alexander Immisch in Schwalbach, der Heimatstadt von Hessens SPD-Chefin Nancy Faeser.

Und auch nur dort ist die SPD noch bestimmende Kraft in der Stadtverordnetenversammlung. In der Kreisstadt Hofheim schaffte sie es immerhin noch als Juniorpartner in die Koalition. Selbst in der einzigen SPD-Hochburg Hattersheim sitzen die Sozialdemokraten längst auf der Oppositionsbank.

Deshalb muss man wohl kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass bei der Bundestagswahl am 26. September höchstwahrscheinlich CDU-Kandidat Norbert Altenkamp das Rennen um das Direktmandat machen wird. Der Bad Sodener trat 2017 die Nachfolge des langjährigen Abgeordneten für den Wahlkreis 181, Heinz Riesenhuber, an. Zwar bekam der Bad Sodener längst nicht so viele Stimmen wie der ehemalige Bundesforschungsminister. Doch Altenkamp siegte mit knapp 42 Prozent souverän. Sein erklärtes Ziel ist es, auch beim diesjährigen Urnengang die Direktwahl für sich zu entscheiden. Andernfalls hätte er mit Platz 16 auf der Landesliste der hessischen Christdemokraten auch schlechte Karten, in den Bundestag einzuziehen.

Ebenfalls positiv sind die Aussichten für die Chefin der Hessen-FDP, Bettina Stark-Watzinger, und die langjährige Bundestagsabgeordnete der Grünen im Wahlkreis 181, Kordula Schulz-Asche. Stark-Watzinger führt die Landesliste ihrer Partei als Spitzenkandidatin an, Schulz-Asche steht bei den hessischen Grünen auf Listenplatz drei. Beide Politikerinnen sind mit Sicherheit wieder im neuen Bundestag vertreten – egal, wie die Wahlen für ihre Parteien ausgehen.

Der Wahlkreis 181

Der Wahlkreis 181 umfasst die zwölf Kommunen des Main-Taunus-Kreises sowie die Städte Königstein, Kronberg und Steinbach im Hochtaunuskreis.

Seit der Bundestagswahl 2002 existiert der Wahlkreis in dieser Form. Heinz Riesenhuber (CDU) gewann stets das Direktmandat. Als er 2017 nicht mehr antrat, schickten die Wählerinnen und Wähler den Christdemokraten Norbert Altenkamp als Direktkandidaten nach Berlin.

Zur Wahl aufgerufen sind im Wahlkreis 181 am 26. September 195 124 Bürgerinnen und Bürger. Es gibt 251 Wahlbezirke, 95 davon sind Briefwahlbezirke.

Ergebnisse gibt es am Wahlabend unter https://wahlen.hessen.de. aro

Hoffnungen, im zweiten Anlauf Abgeordnete im Hauptstadt-Parlament zu werden, macht sich auch die Sozialdemokratin Ilja-Kristin Seewald. 2017 verfehlte sie mit nur knapp 22 Prozent der Erststimmen dieses Ziel bei weitem. Dieses Mal könnte die Königsteinerin vom politischen Aufwind der Bundes-SPD profitieren, außerdem ist Seewald auf der Landesliste der Genossen an zwölfter Stelle platziert und damit deutlich weiter vorne als vor vier Jahren.

Der Main-Taunus-Kreis wird als flächenmäßig kleinster Landkreis in Deutschland also womöglich gleich mit vier Abgeordneten im neuen Bundestag vertreten sein. Die Themen, die ihnen die Wählerinnen und Wähler mit auf den Weg geben, unterscheiden sich dabei nicht allzu sehr von jenen, die vor vier Jahren relevant waren.

Die Kaufkraft der Menschen im Vordertaunus ist eine der höchsten in Deutschland. Die meisten Kommunen stehen dank eine klugen Gewerbeansiedlungspolitik finanziell passabel da. Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis können sich eine luxuriöse Ausstattung der Schulen leisten, Glasfaserkabel werden verlegt. Entlang der Autobahn A 66 entsteht ein Rechenzentrum nach dem anderen, das Eschborner Gewerbegebiet Süd, in dem auch die Deutsche Börse ihren Sitz hat, boomt. Deutschlands ältestes Einkaufszentrum auf der grünen Wiese, das Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach, hat die Pandemie einigermaßen gut überstanden. Das schwedische Möbelhaus Ikea hat seine Deutschlandzentrale im Hofheimer Stadtteil Wallau.

Zwischen Wäldern, Streuobstwiesen, Weinbergen und am Ufer des Mains lässt es sich idyllisch wohnen. Der Fluglärm ist kaum noch ein Thema für die große Politik, auch wenn in den Städten unter der Einflugschneise strenge Siedlungsbeschränkungen gelten. Die Zahl der Einwohner:innen ist im Main-Taunus-Kreis 2020 erneut um mehrere Hundert Menschen gestiegen. Die Menge bezahlbarer Wohnungen kann mit dem Bevölkerungswachstum allerdings nicht Schritt halten. Das hat auch damit zu tun, dass Neubaugebiete – mit Ausnahme in Hattersheim – nur zögerlich ausgewiesen werden und Bürgerinitiativen Projekte wie das geplante Wohngebiet „Römerwiesen“ in Marxheim mit allen Mitteln zu verhindern versuchen.

Durch Autobahnen und S-Bahn-Linien sind die 15 Kommunen des Wahlkreises gut an das Verkehrsnetz der Rhein-Main-Region angeschlossen. Doch es besteht Bedarf nach noch besseren Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr. Große Hoffnung setzen die Kommunen deshalb auf die Regionaltangente West, die in Richtung Süden den Weg durch Frankfurt erspart. Gefragt sind auch Radverbindungen. Mehrere Fernradwege durch den Vordertaunus sind in Planung.

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