1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Hofheim

Boardinghouse-Mieter nerven Anlieger

Erstellt:

Kommentare

Nachbarn klagen über Lärm bis spät in die Nacht / Ortsbeirat fordert städtische Hilfe

Hofheim - Über das Benehmen von Bewohnern des Boardinghouse in der Schulstraße, einer Vermietung von Monteurs-Zimmern, klagen die Anwohner schon seit Monaten. Mehrere Gespräche deswegen änderten nach Eindruck der Betroffenen nichts. Die SPD hat das Thema im Ortsbeirat Marxheim aufgegriffen. Denn das Problem wird offenkundig mittlerweile als so groß empfunden, dass es zur Lösung Unterstützung braucht.

Wie die aussehen kann und ob die Stadt oder gar der Kreis als Bauaufsicht sich einschalten sollte oder, wie von Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler (CDU) angeregt, eher zivilrechtliche Schritte vonseiten der Anwohner selbst unternommen werden sollten, indem sie einen Anwalt einschalten, das wurde im Ortsbeirat abgewogen. Für die große Mehrheit war aber klar: Es wäre gut, wenn die Stadt erst einmal einen Gesprächsversuch macht. Denn im Grunde möchten die Anwohner vor allem eines: Dass sich die Gäste des Boardinghouse so verhalten, dass sich die Menschen in der Umgebung nicht belästigt fühlen.

Wie sehr das in den vergangenen warmen Monaten der Fall war, schilderte eine Sprecherin der Anlieger in der Schulstraße im Ortsbeirat ausführlich. Ein Lärmprotokoll halte minuziös fest, wie häufig bis mitten in die Nacht Lärm aus dem Hof des Boardinghouse gedrungen sei, wo sich die Bewohner zum Rauchen und Trinken träfen. Schilder weisen dort zwar auf ein Rauchverbot hin und mahnen zur Ruhe, doch durchgesetzt werde das eben nicht. Vor allem Arbeitskräfte aus dem Ausland seien in dem Gebäude untergebracht, das anstelle des früheren Hotels „St. Petersburg“ eingerichtet wurde, berichtete die Sprecherin der Anwohner. Weil wohl auch in den Zimmern geraucht werde, lösten immer wieder Rauchmelder Alarm aus. Kippen und Joint-Reste würden achtlos weggeworfen, Flaschen irgendwo abgestellt. Zudem sei die Schulstraße ständig zugeparkt, klagte die Frau. Auf dem Grundstück Schulstraße 5 lebten schon seit Jahrzehnten Gäste, nie habe man in all dieser Zeit solche Probleme gehabt. Das gelte auch für die Zeit, in der das Hotel als Asylbewerberunterkunft des Kreises genutzt worden war. Der Besitzer komme leider seiner Pflicht, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, nicht nach. Auch bei der Polizei seien die Probleme bekannt, wusste die Anwohner-Sprecherin.

Zuständig sei das städtische Ordnungsamt, war sich der Ortsbeirat einig. Dass es schwierig sein könnte, etwas zu erreichen, weil das Boardinghouse in privaten Händen sei, gab Kristin Seitz (CDU) zu bedenken. Stadtrat Bernhard Köppler (SPD) sprach von einem „Klassiker“ für Nachbarschaftsprobleme, die er aus seiner früheren Tätigkeit bei einem großen Wohnungsbauunternehmen gut kenne. Hier sei Mediation auf jeden Fall richtig und eine Aufgabe der Kommunalpolitik. Angeregt wurde, den Sprecher des Ausländerbeirats, Haluk Kaya, ebenfalls zu dem Gespräch hinzuzubitten. Das wurde allgemein begrüßt. babs

Auch interessant

Kommentare