Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Lea Stellmach in ihrem Seminarraum in Hofheim.
+
Lea Stellmach in ihrem Seminarraum in Hofheim.

Hofheim

Besser leben ohne Kampf

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
    schließen

Die Körperpsychotherapeutin Lea Stellmach präsentiert ihren ersten Ratgeber.

Es ist ihr erstes Buch und sie hat drei Jahre lang daran gearbeitet – die Zusammenfassung ihres Lebenswerkes. Aber da wird es schon kompliziert. Denn genau genommen zerfällt Lea Stellmachs Leben, zumindest das berufliche, in zwei Teile. In ein Leben als Schulmedizinerin und ein Leben als Körperpsychotherapeutin.

Stellmach, die in Hofheim-Lorsbach ihre Praxis hat, kommt aus einer Arzt- und Professorenfamilie. Schon im Elternhaus schien ihre Karriere vorgezeichnet: Abitur, Medizinstudium, Promotion, Facharztausbildung. In Bad Homburg eröffnete die Ärztin eine Praxis für Kieferorthopädie mit 13 Angestellten. Doch in den zehn Jahren, in denen Stellmach Patienten behandelte, wurde „der Ruf ihrer Seele lauter“, wie sie sagt. Es war in den 1990er-Jahren, einer Zeit, in der noch nicht viele von „Achtsamkeit“ sprachen, als Stellmach eine Entscheidung traf, die sie heute „ungewöhnlich“ nennt. Die Ärztin grübelte darüber nach, wie sie Patienten mit chronischen Schmerzen helfen könnte. Bei manchen Kranken hatte sich gezeigt, dass die Symptome sich verschoben. Hatte die Kieferorthopädin an einer Stelle des Körpers eine Heilung bewirkt, verlagerte sich das Problem an eine andere. „Zwangsläufig kommt man dann dazu, die Seele miteinzubeziehen“, erinnert sich Stellmach.

Eltern, Freunde und Kollegen konnten es nicht nachvollziehen, dass Stellmach ihre gutgehende Praxis aufgab und sich in der Schweiz zur Körperpsychotherapeutin ausbilden ließ. „Unser Körper speichert alles, Gefühle, Erfahrungen, Verletzungen“, weiß sie. In den neuesten Forschungsergebnissen fühlt sie sich auf ihrem Weg bestätigt. Epigenetiker haben herausgefunden, dass psychisches Leid sich in den Zellen manifestiert und über Generationen hinweg weitergegeben wird. Stellmach hat das auch persönlich erfahren, als Kind von schwer im Krieg traumatisierten Eltern.

In ihrem Buch will die Ärztin nun weitergeben, was sie seit Eröffnung ihres „Instituts für Psychoenergetik und persönliche Entwicklung“ im Jahr 2001 erfahren hat: Dass es möglich ist, über die Arbeit mit dem Körper psychische Verletzungen zu heilen. Ihre Therapiemethode, eine spezielle Atemtechnik, fand Stellmach beim Tangotanzen. Beim Tango sei es wichtig, seine Mitte zu haben und sich aufzurichten, schildert sie in ihrem Buch. Es ist ein Ratgeber, der das Gegenteil von Selbstoptimierung empfiehlt. Nicht Ellenbogen und Durchsetzungsvermögen sind gefragt, sondern der Verzicht auf Kampf und Verteidigung. Erst dann, so Stellmach, könnten Menschen ihre Identität wieder spüren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare