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Beim Verkehrskonzept hakt es

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Im südlichen Teil der Niederhofheimer Straße, also in Richtung TV-Turnhalle, soll die Zahl der Parkplätze reduziert werden, damit Fahrräder mehr Platz haben. knapp
Im südlichen Teil der Niederhofheimer Straße, also in Richtung TV-Turnhalle, soll die Zahl der Parkplätze reduziert werden, damit Fahrräder mehr Platz haben. knapp © Knapp

Der Magistrat soll eine Prioritätenliste erstellen

Hofheim - Das klingt nach einem gravierenden Defizit: Es gebe kein Rad- und Fußwegenetz zwischen den Stadtteilen und einzelnen Wohngebieten, stellte Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) bei einer gemeinsamen Sondersitzung von Verkehrsausschuss und den Ortsbeiräten Kernstadt und Marxheim fest. Aber besonders eilig damit, etwas daran zu ändern, haben es die Stadtverordneten nicht.

Vor über einem Jahr schon nämlich wurden den Parlamentariern die Ergebnisse eines sogenannten Nahmobilitäts-Checks vorgelegt. Auf über 70 Seiten wurde die Situation analysiert, ergänzt durch eine Vielzahl von Verbesserungsvorschlägen. Die Stadtverordneten beschlossen aber lediglich, dass der Magistrat daraus eine Prioritätenliste erarbeiten sollte. Diese liegt nun auch schon seit Anfang Mai auf dem Tisch.

Fünf Monate später drängte Exner jetzt: „Wir müssen auf dem Weg zu einem Ergebnis mal einen Schritt vorwärts kommen“, so der Erste Stadtrat in der Sondersitzung. Immerhin, der Ausschuss und die Ortsbeiräte haben einen fünfteiligen Beschluss gefasst, und das sogar einstimmig. Aber ein großer Schritt ist es vorerst nicht geworden.

Zunächst einmal wurde der Prioritätenliste zugestimmt - das ist sicher notwendig, hat aber keine unmittelbaren Folgen. Zweitens soll der Magistrat ein Nahmobilitätskonzept erarbeiten - erneute Planungen also, konkrete Aktivitäten im Verkehr löst dieser Beschluss nicht aus. Drittens soll der Magistrat mit den Planungen für alle Maßnahmen beginnen, die Priorität eins haben. Das sind zwei Dutzend - so viele also, dass es entweder lange dauert oder die Verwaltung eine Auswahl vornehmen muss.

Immerhin, schnellstmöglich umsetzen soll der Magistrat alle kurzfristig realisierbaren Vorschläge mit höchster Priorität. Das wird aber beschränkt auf alle Maßnahmen, die ohne Zustimmung anderer Behörden umgesetzt werden können.

Die Bushaltestelle Fichtestraße wird ohnehin umgebaut, aber erst 2024, und mit Verbesserungen in der Rudolf-Mohr-Straße muss bis nach Ende der Baustelle an der Schule gewartet werden. Die bloße Definition von Fußgänger- und Fahrradrouten bringt alleine auch noch keine praktische Verbesserung - und damit ist die Absenkung einiger Bordsteinkanten das einzige, was im nächsten Jahr passieren könnte.

Strittige Themen

Außerdem soll der Magistrat mögliche Varianten vorstellen, wie die Möglichkeiten des Car-Sharing ausgebaut und ein Bike-Sharing-Angebot eingerichtet werden könnten. Manche, wie der Grünen-Ortsbeirat Johannes Kaiser, hätten das Thema der gemeinsamen Nutzung von Fahrzeugen gerne schneller vorangebracht.

Die Grünen-Stadtverordnete Bettina Brestel dagegen legte Wert darauf, möglichst konkrete Einzelmaßnahmen zu beschließen und fürchtete, bei Car- und Bike-Sharing könne es strittig werden - also blieb es bei dem Beschluss, Varianten vorzustellen.

Strittige Themen wird es im weiteren Verlauf der Beratungen ohnehin noch geben, das wurde bereits deutlich bei den Radwegeverbindungen. FDP-Mann Ralf Weber hat dazu klare Vorstellungen: Die Radwege zwischen den Stadtteilen sollen parallel der Landstraßen verlaufen, von diesen aber drei Meter getrennt sein und beleuchtet werden. „Wir wollen Radwege, nicht Luxus-Radwege“, hält Grünen-Sprecherin Brestel vor allem von der Beleuchtung nicht viel. Innerörtlich will Weber Radfahrstrecken durch die Wohngebiete führen - im Maßnahmenkatalog freilich ist die Rede davon, auf den Hauptverkehrsstraßen Platz zu schaffen.

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