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Bach und Bäume statt Tristesse

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Der künstliche Bach soll vom Untertor in den Graben des Wasserschlosses verlängert werden und in einen Brunnen münden. Dahinter beginnt die Baumreihe, die bis zur Elisabethenstraße reicht. pfankuch
Der künstliche Bach soll vom Untertor in den Graben des Wasserschlosses verlängert werden und in einen Brunnen münden. Dahinter beginnt die Baumreihe, die bis zur Elisabethenstraße reicht. pfankuch © Gerhard Pfankuch

Früherer Gartenamtsleiter macht Gestaltungsvorschlag für den Kellereiplatz

Hofheim - Mehr Grün auf dem Grundstück der ehemaligen Bücherei und auf dem Kellereiplatz - das ist ein Wunsch, der beim Bürgerforum zur künftigen Nutzung des alten Büchereigrundstückes wiederholt vorgetragen wurde. Ob das auch eine Rolle spielen wird in den Konzept-Ideen, die jetzt von mehreren Planungsbüros erarbeitet werden sollen? Noch liegt die Auswertung des Bürgerforums, die die Grundlage der Beauftragung der Büros bilden soll, nicht vor.

Bernardus te Molder will so lange nicht warten. Der ehemalige Leiter des städtischen Grünflächenamtes mischt sich immer wieder in die Diskussionen ein, wenn es um das öffentliche Grün geht. Einen vollständigen Vorschlag für das alte Büchereigrundstück hat er nun zwar nicht vorgelegt, wohl aber eine Idee zum Übergang vom Kellereiplatz zu dem südlich davon gelegenen Gelände.

Dort steht jetzt noch das MKW-Gebäude, das so heißt, weil es einst von den Main-Kraft-Werken gebaut wurde. Bisher wird weithin davon ausgegangen, dass es abgebrochen wird. Ob neu gebaut wird oder nicht, das ist umstritten. Vereinzelt ist jetzt aber die Forderung zu hören, das Gebäude umzubauen, für welche Nutzung auch immer. Sein Vorschlag sei mit allen Varianten vereinbar, so te Molder.

Seine zentrale Idee ist die Fortsetzung des Wasserlaufs auf dem Parkplatz am Untertor. Der soll auch in östlicher Richtung fließen, unter der Kirschgartenstraße hindurch, südlich des Hofes Ehry entlang. Dann geht es unter der historischen Brücke des Wasserschlosses auf den tiefer gelegten Teil des Vorplatzes, wo der Bach in einem Springbrunnen endet. Zwischen dem Brunnen und der Elisabethenstraße soll sich dann eine Pergola erstrecken, bepflanzt mit Platanen. „Das sind die Stadtbäume, die am besten mit dem Klimawandel zurechtkommen“, sagt te Molder.

Sein Vorschlag entspricht gleich drei Forderungen in der Debatte. Erstens kann die Pergola mit den Platanen den südlichen Abschluss des Kellereiplatzes bilden, den viele als städtebaulich notwendig ansehen. Zweitens gibt es mehr Grün - te Molder möchte mehr Pflanzen im Umfeld des Wasserschlosses. Und drittens kommt das Element des Wassers wieder vor - auch das war beim Bürgerforum Thema.

Gibt es auch Hindernisse? In Anspruch genommen werden müsste ein Grasstreifen südlich der Scheune des Hofes Ehry. Nach seinem Wissen befinde der sich in städtischem Besitz, sagt te Molder. Das Gelände gebe auch das notwendige Gefälle her. Der Charme des Planes wäre aus seiner Sicht, dass sich die Idee schon realisieren ließe, bevor sich auf dem alten Büchereigrundstück überhaupt etwas tut.

Wie lange das noch dauert, dazu gibt es keine verlässlichen Prognosen. Beim Bürgerforum war bereits erklärt worden, dass der ursprüngliche Zeitplan sich wohl nicht halten ließe, wonach im November 2023 eine Entscheidung fallen soll. Denn bekanntlich soll breiter gedacht werden. „Die Bürger öffneten vielmehr die Perspektive auf die Gesamtentwicklung der Innenstadt“, hat auch der Magistrat in einer Pressemitteilung festgestellt. „Das Themenspektrum reichte vom gesamtstädtischen Leitbild über die Verkehrsplanung bis zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung.“

Die Frage ist, was jetzt zur Grundlage der Aufträge an die Planungsbüros gemacht wird. Wenn die Perspektive auf die Gesamtentwicklung der Innenstadt gewählt wird, dann spielen die am Ende des Bürgerforums auf einer Pinnwand hinterlassenen Vorschläge womöglich keine weitere Rolle - und dann würde der Entscheidungsprozess wohl erheblich länger dauern. Oder werden nun doch schon die Vorschläge der Bürger aufgenommen - dann werden aber die grundsätzlichen Überlegungen nicht mehr wirklich ein Thema.

Oder gibt die Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch dem Thema eine neue Richtung? Die Linken haben beantragt, bald ein weiteres Bürgerforum einzuberufen, um den Hofheimern Gelegenheit zu geben, Vorschläge zu äußern. Die Grünen wiederum schlagen vor, von einem Büro einen Kriterienkatalog für die Beauftragung der Planungsbüros zu erarbeiten, die dann Konzepte erarbeiten sollen.

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