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Die Fichtenbestände im Taunus sind fast vollständig abgestorben. Foto: Renate Hoyer
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Die Fichtenbestände im Taunus sind fast vollständig abgestorben.

Hofheim

10 000 Bäume für den Hofheimer Stadtwald

  • VonJürgen Streicher
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Viele Helferinnen und Helfer ermöglichen die Pflanzaktion im Hofheimer Stadtwald. Dort ersetzen robustere Bäume die abgestorbenen Fichten.

Im Frühtau ziehen ein paar Dutzend Menschen den Berg hinauf in den Wald von Langenhain. Frauen, Männer, Kinder, manche haben Spaten dabei, ihre bunten Jacken passen zu den frühen herbstbunten Farben im Wald. Ihr Ziel ist eine Lichtung ein paar hundert Meter oberhalb des Baháí-Tempels. Keine natürliche Lichtung, man erkennt das sofort an ihrer rechteckigen Form, am kleingemetzelten Restholz, das hier rumliegt. Und an der Einzäunung. Forstleute haben sie in den Wald geschlagen, die Trockenheit der vergangenen Jahre und die „Biester“ haben sie vorbereitet. So nennt Förster Leif Leonhardt den Borkenkäfer, ein „Alptraum“ für den Waldmann. Am Samstagmorgen wollen die Bürger Hofheims, die den Berg hinaufziehen, ein paar tausend Quadratmeter Wald retten.

Leif Leonhardt ist schon da, auch der „Büro-Förster“ David Kreddig, Fachdienstleiter im Amt für Bauen, Umwelt und Naturschutz, Wald und Stadtgrün. Mitarbeiter markieren Pflanzlinien mit rot-weißen Stäben, ein bisschen Ordnung, Reihen- und Pflanzabstand muss sein. Um die 2000 Jungbäume haben die Waldmänner mitgebracht, robusten Bergahorn, viele Winterlinden mit dem schönen Namen Tilia cordata („Herzblättrige Linde“) und Wildkirsche, weil die so schön blüht. Die Kirschbäume sollen die Ränder zieren, den zukünftigen „Bürgerwald“ von Langenhain wird man im späten Frühling immer wieder erkennen. „Ein schöner bunter Mix“, sagt David Kreddig, auch ein Zeugnis für Bürgersinn. „Mir gefällt die Linde am besten“, sagt eine Frau ganz vorne in der Reihe der Pflanzwilligen, Leif Leonhardt drückt ihr einen Strauß Tilia cordata in die Hand.

Die Fichte spielt in den Planungen für die Zukunft des Waldes keine Rolle mehr. Bevor der Alptraum des Försters begann, betrug der Fichtenanteil im 1500-Hektar-Stadtwald sechs Prozent, bald wird es nur noch Restbestände geben, der Wald „fast fichtenfrei“ sein, so Kreddig. Rund 30 Hektar hat es dahingerafft, die Wiederaufforstung wird Jahrzehnte dauern. Die Bürgerstiftung Hofheim will dazu beitragen, Ziel ist die Anpflanzung von 10 000 Bäumen in fünf Jahren. Bezahlt von den Menschen aus der Stadt, in die Erde gebracht von Frauen, Männern und Kindern wie am Samstagmorgen.

„Endlich können wir anfangen“, freut sich Bürgermeister Christian Vogt (CDU), der als Vorsitzender des Stiftungsvorstands auch zum Spaten greift. Kurze Erklärung vom Förster zur Handhabung des Hohlspatens und wie eine „Klemmpflanzung“ abläuft, dann zieht auch Vogt mit ein paar Bäumchen auf den Pflanzacker. „Wir möchten nicht nur ein Zeichen setzen, wir wollen auch die Ärmel hochkrempeln und mit anpacken.“ Das wollen hier alle, viele haben lange darauf gewartet.

Die schon für das vergangene Jahr geplante Aktion wurde wegen Corona verschoben, jetzt können an den Pflanztagen bis zu 120 Menschen in drei Gruppen in aufeinander folgenden Zeitfenstern im Wald antreten und Zukunft gestalten. Generationenübergreifend mit dem Ziel Nachhaltigkeit. Die am Ende überreichte Baumpflanzurkunde, ausgestellt von der Bürgerstiftung, nehmen alle gerne mit. Am Zaun, der die Jungpflanzen vor Wildverbiss schützen soll, stehen schon die nächsten bunten Gestalten mit Spaten greifen.

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